*Es macht mich wütend, dass….

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2Q== - *Es macht mich wütend, dass....

 

Es macht mich wütend,

dass ich oft nicht so reagieren kann, wie ich möchte, weil mir meine MS so klar Grenzen aufzeigt, dass es mir einfach unmöglich ist.

Sei es ein Telefonat, das für eine liebe Freundin wichtig wäre, sei es die Fürsorge um meine Kinder (auch wenn sie erwachsen sind), seien es Vorbereitungen, die ich für ein Fest nicht treffen kann, weil ich es einfach nicht packe.

Ich habe mich arrangiert, ich lebe mit der MS und ihren Widrigkeiten und es funktioniert – mal besser, mal schlechter. Wir mögen uns nicht, aber wir bekämpfen uns auch nicht mehr. Wir nehmen die Existenz des Anderen hin und ich stelle mich würdevoll darauf ein.

Aber es gibt Situationen, in denen mir diese Würde abhandenkommt. Situationen, aus denen tiefer Zorn, tiefe Wut und laute Verzweiflung herausbrechen: nämlich immer dann, wenn es auch um ANDERE geht. Ich selbst kann mit mir umgehen, mit mir und meiner MS – irgendwie! Wenn aber andere davon betroffen sind, weil ich ihnen die eventuell nötige Zuwendung nicht geben kann – dann hasse ich die MS, denn dann zeigt sie mir deutlich die Grenzen des Machbaren und vor allem die Grenzen des „Normalen“ auf. Es sind schon andere Grenzen, niedrig gestecktere Grenzen, oft mit ganz viel Wohlwollen versehen – wie bei einem kleinen unartigen Kind. Aber wenn selbst die wohlwollenden Barrieren zu Hindernissen werden, dann ist meine Würde weit entfernt davon, sich würdevoll zu benehmen – dann ist sie ent-würdigt. Ent-ledigt von Contenance, entledigt von Wohlwollen und Mitgefühl, sondern aufmüpfig und ertränkt im Fass ohne Boden. Erniedrigt, gepeinigt – so zerschellt sie die Würde, sie ertrinkt hilflos und schnappt nach Überleben ringend nach Luft!

Auch wenn man lernen kann, mit chronischen Erkrankungen wie MS zu leben, auch wenn man Coping– und Resilienz-Techniken beherrscht: es bleibt oft ein fahler Nachgeschmack übrig. Ich weiß in solchen Momenten: ich kann nicht mehr so agieren, wie ich möchte, ich packe es nicht, auch wenn ich mich „anstrenge“! Selbst „zusammenreißen“ nutzt so gar nichts! Ist es da ein Wunder, dass man mit seiner Erkrankung mal vor Gericht ziehen mag? Nein, es ist Hineinfühlen und ein weiterer Schritt des Copens und Annehmens – denn auch das darf zu einer gesunden Bewältigung dazugehören. Dann rappeln wir uns wieder auf und es geht weiter! Hallo Leben; Hallo MS; Hallo Rückschläge! Das ist Leben! © 2016 Heike Führ/multiple-arts.com

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