* mein SOHN (von 2002)

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Ein für mich sehr dramatischer Augenblick: P., damals 17 Jahre alt, in der Ausbildung zum Versicherungskaufmann, gerade für ein paar Wochen in der Abteilung „Krankenversicherung“ aktiv, entdeckt meine auf dem Tisch liegende Krankmeldung mit der Ziffer G35.

Meine Kinder wissen von Anfang an, dass ich MS habe, aber da es mir eine Zeit lang sehr gut geht, spielt die MS keine wichtige Rolle in unserem familiären Leben und wird dementsprechend auch nicht mehr als notwendig erwähnt. Vielleicht wollte ich auch unbewusst meine Kinder schützen: wenn man nicht dauernd darüber spricht, ist es auch nicht da… Richtig? Wer weiß es? Fakt ist, dass es so schwer ist, deutlich darüber zu reden, weil man doch eine gesunde “normale” Mutter sein möchte.

Irgendwie ist es zwar noch da, dieses Phantom Krankheit, aber nicht mehr so präsent. 

Und nun liegt dort auf dem Küchentisch die böse bedrohliche “Ziffer” G35!

Mein Sohn sieht die Krankmeldung und erschrickt: Hilfe, da war ja was! Nun ist es wieder da!

Wer will das schon?! Sein Blick zerreißt mir das Herz und tut mir heute noch weh. Seine junge Welt erhält einen Riss, einen deutlichen Riss. Nun steht es da: schwarz auf weiß! Nicht mehr auszulöschen!

Er „weiß“ ja, dass ich MS habe, aber Wissen und Sehen / Bewusstwerden ist doch noch einmal ein Unterschied.

Was geht in einem Jugendlichen vor, der , wie er mir dann später sagte, dienstlich oft telefonisch mit MS-Patienten zu tun hat, der während des Zivildienstes schwer MS-kranke Menschen betreut hat und mir das damals nie in dieser Deutlichkeit erzählte?!

Eine Bewusstheit von Endlichkeit der Gesundheit seiner Mutter? Schrecklich!

Ich möchte meinen großen Sohn in den Arm nehmen, ihn trösten, wie früher, als er ein kleiner Junge war, auf meinem Schoß saß und alles “wieder gut ” wurde. Aber diese Zeiten sind vor bei: der kleine Junge ist ein junger wissender Mann geworden und vermutlich wird ihm in jenem Moment bewusst, wie sehr er gerade erwachsener geworden  ist!

Mein Sohn nimmt mich in den Arm, so ändert sich das im Leben!

Und wie immer: alles birgt Chancen: aus meinem Sohn wird ein wundervoller zuverlässiger und sehr sensibler junger Mann, der seinen eigenen Weg geht; und er geht ihn gut und sicher! 

Manchmal werden Kinder von chronisch Kranken früher oder anders erwachsen: er hat es geschafft und ich bin unendlich stolz auf ihn! Und dankbar, wenn ER MICH in den Arm nimmt. Es ist so unvergleichbar und einfach wunderschön, solch einen Sohn zu haben. Und vor Allem genieße ich es, dass er mich an seinem Leben teilhaben lässt!

Ich lebe nämlich, und wie!

Hallo MS, hallo Leben, hallo Kinder!

PS:2013: mein Sohn kann immer noch sehr gut mit  der MS umgehen und lernt auch sicher noch jeden Tag dazu. Noch dazu hat er eine wundervolle Freundin, Melli, die mir ebenfalls sehr viel bedeutet und die ganz sicher nicht „unschuldig“ daran ist, dass er immer besser mit meiner Situation umgehen kann. Ich danke Dir, liebe Melli, ich danke meinem Sohn, ich hab Euch lieb! (zu meiner  Tochter kommt noch ein extra Text – aber ich kann sagen, dass ich sehr stolz auf meine Kinder und Schwieger-Kinder bin. Glücklich noch dazu!!!)

©Heike Führ/multiple-arts.com

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