* Meine Schwiegertochter (2013)

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Ich habe ja schon beschrieben, wie froh und glücklich ich bin, 2 tolle erwachsene Kinder zu haben.

Mein nun 28 jähriger Sohn hat seit ein paar Jahren eine wahnsinnig nette und liebe Freundin.

Er hatte immer tolle Partnerinnen, mit denen ich mich sehr gut verstand. Als dann aber M. in unser aller Leben trat, war es Liebe auf den ersten Blick, auch bei mir … Damals lebte mein Sohn nicht mehr zu Hause, was bezüglich einer „neuen Freundin“ erst einmal eine neue Erfahrung für mich war. Vorher habe ich sie ja immer schnell kennen lernen können, da ein Zusammentreffen zu Hause „unvermeidlich“ war ;-)

Nun war ich also darauf angewiesen, dass er sie mir „vorstellt“.

Aber da mein Sohn MICH sehr gut kennt, meine liebevolle Neugierde, mein Wissen wollen, dass es ihm gut geht, hat es nicht all zu lange gedauert, bis ich unseren Schatz kennen lernen durfte. Es bot sich als lockeres Zusammentreffen ein Musik-Auftritt meines Mannes an: entspannte musikalische Atmosphäre, einige unserer Freunde waren ebenfalls mit gekommen: also ein fröhliches Zusammensein unter geliebten Menschen.

Im Nachhinein erzählte sie mir, wie aufgeregt sie war, aber als ich sie sah, die Art, wie die Beiden gemeinsam auf uns zu kamen, da hatte ich sie bereits ins Herz geschlossen.

Es war die gleiche Wellenlänge, die uns auf Anhieb verband, ihr Wesen und natürlich die Art, wie sie mit meinem Sohn (und umgekehrt) umging. Der Abend wurde wundervoll, wir haben sogleich gemeinsame Vorlieben , als auch Abneigungen, z.B. gegen dicke fette Spinnen, entdeckt ;-) Wir haben sofort ein ganz besonderes Band geknüpft, das sich mittlerweile stark gefestigt hat. M. ist eine Art Frau und Schwiegertochter, die mir meinen Sohn „zurück gebracht“ hat. Mein wortkarger Sohn, der ja nicht anrufen muss, um mir zu sagen, dass „alles ok“ sei („reine Zeitverschwendung“)   ;-) und der, wenn er mal „auf nen Sprung“ bei mir vorbei kam, auch nur das Notwendigste mitteilte, (dies allerdings sehr innig, vertrauensvoll und „nah“), hat nun eine Partnerin, der ebenfalls Familie wichtig ist, der Zusammengehörigkeit wichtig ist, die uns offensichtlich mag und gerne hier ist. Ich glaube, jede Mutter eines Sohnes kann mir nachempfinden, welch Geschenk solch eine Schwiegertochter ist, welch Segen für das Mutterherz. Und als Mutter mit MS ist eine solche junge Frau, die noch dazu völlig offen und locker mit der Situation rund um die MS umgeht, ein noch größerer Segen.

Ich kann kaum beschreiben, wie glücklich ich bin, dieses Mädel in unserer Familie zu haben, sie und P. gemeinsam liebevoll miteinander zu erleben; noch dazu zu sehen, wie sich meine Tochter und sie verstehen.

Eine Harmonie der besonderen Art, da es in meinem unserem (MS)-Leben so wichtig ist, dass wir uns ohne große Worte aufeinander verlassen können.

Es ist schön zu erleben, dass es einfach selbstverständlich für alle meiner Kinder incl. Anhang ist, dass ich auf Grund der MS gewisse Sachen nicht leisten oder mitmachen kann. Zu erleben, wie wenig es hier eine Rolle spielt. Wie unwichtig es ist und mich dadurch nicht definiert.

Es ist zum Beispiel logisch, dass ich bei einem Umzug nicht helfen kann, aber ich werde bei anderen Gelegenheiten gefragt, ob ich z.B. ein spezielles Bild für die Hochzeit ihrer besten Freundin malen kann, ob ich mal einen Kuchen beisteuern kann usw. Das sind Dinge, von denen meine Kinder wissen, ich KANN es und das hat M. direkt übernommen, direkt erkannt und ich bin so dankbar dafür.

In meinem „früheren Leben“ war ich ein „Tausendsassa“: habe locker den Eintopf für den Umzug vorbereitet, dazwischen noch Wände gestrichen und aufgeräumt, Kartons gepackt und konnte dann noch am Umzugstag mit an packen. Heute würde mich allein der Gedanke daran erschöpfen. Aber ich kann andere Dinge leisten und deshalb bin ich so dankbar, dass meine Kids und deren Partner das so völlig unbefangen, ohne in Frage zu stellen, mit übernehmen.

Sie geben mir dadurch die Chance, Mensch zu sein und zu bleiben und kein „MS`ler“, der dies oder jenes „sowieso nicht packt“.

Welch Geschenk, welch Gabe und ja, welch Segen.

M., ich hab Dich lieb und wünsche uns allen eine schöne gemeinsame Zukunft und danke, dass Du so bist, wie Du bist: eine sehr einfühlsame empathische Frau, hilfsbereit ohne jemals aufdringlich zu sein, flott und kompetent. Für mich ein unbezahlbarer Schatz und eine Bereicherung für unsere Familie. PS: mittlerweile haben wir auch M`s Eltern mit Partnern kennen gelernt und auch hier erweitert es einfach, schlicht und ergreifend, die Familie und auch hier ist zwar die MS notgedrungen ein Thema, aber kein Hindernis. Und wenn ich dann so über mein Leben reflektiere, stelle ich fest, dass es Momente gibt, in denen die MS einfach keine Rolle spielt. Aber das gelingt auch nur, weil es solch lieben Menschen gibt, die unkompliziert mit mir und meinem besonderen Leben leben.
©Heike Führ/multiple-arts.com

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2 thoughts on “* Meine Schwiegertochter (2013)

  1. Silvia Steiner

    Ich habe auch eine supernette Schwiegertocher “in spee” und sie studiert Pharmazie – und kann super mit meiner MS umgehen…

    ich wünsche dir noch einen superschönen Tag
    Silvia

    Reply
    1. multiplearts Post author

      Liebe Silvia, das freut mich sehr und solche Schwiegertöchter sind wirklich ein Segen :-)
      Glg, Heike

      Reply

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