*Morgenstund´

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Die erste Morgenstunde ist das Steuerruder des Tages.

-Augustinus-

 

Sehen wir es Augustinus nach, dass es zu seiner Zeit noch keine bekannte MS gab. Und vor allem nicht das Phänomen der Fatigue.

Die erste Morgenstunde ist für einen Fatigue`ler der blanke Horror.

Nach einer meist nicht wirklich gut verbrachten Nacht, oder zumindest nicht sehr erholsamen Nacht, ist Aufstehen etwa so, als wenn ein Gesunder eine schwere Grippe mit hohem Fieber, Gliederschmerzen und Erschöpfung hat und dann aufstehen und sich zur Arbeit fertig machen soll. Jeder, der einmal eine schwere Grippe hatte, kann sich vielleicht noch daran erinnern, dass AUFSTEHEN in diesem Zustand nahezu unmöglich ist. Im Gegenteil: man bleibt gleich liegen, meldet sich auf der Arbeitsstelle krank und lässt sich nach Möglichkeit bedienen und verwöhnen. Irgendwann klingt die Grippe Dank guter Medikamente, viel Ruhe und Schlaf wieder ab und man wird wieder gesund und so leistungsfähig wie vorher.

Bei Fatigue ist das leider anders: dieser grippeähnliche Zustand ist unser NORMALZUSTAND, jeden Tag, jeden Morgen fühlen wir uns so. Und wir MÜSSEN aufstehen, da wir unser Leben ja nicht im Bett verbringen möchten … Nun stelle man sich die Kraft vor, die wir benötigen, um aufzustehen!!! Immer die schwere ans Bett fesselnde Grippe im Hinterkopf…
WIR stehen auf!

Wir müssen uns zwar manchmal nach dem Duschen gleich wieder hinlegen, ausruhen und einen neuen Anlauf wagen, um uns Frühstück zuzubereiten, ABER wir stehen auf. Mit Grippe sozusagen.

Viele Fatigue`ler gehen noch arbeiten, oder müssen noch arbeiten gehen. Also stelle man sich vor, „man“ würde mit schwerer Grippe arbeiten gehen müssen und sich nicht hinlegen, ausruhen und vor allem nicht genesen können.

DAS ist FATIGUE-Alltag und wir meistern ihn mit dem Wissen, NIEMALS davon genesen zu können. Uns begleitet diese spezielle Grippe ein Leben lang (wenn keine Heilung gefunden wird) und wir spüren sie  ja auch nicht nur morgens. Sie begleitet uns den gesamten Tag, sie behindert uns den ganzen Tag und lässt uns einfach nicht in Ruhe. Manchmal kommt sie ja noch dazu anfallartig über uns hereingerollt …
Ja, und auf das Zitat von Augustinus zurück zu kommen: Morgenstunde ist im MS-Fatigue-Fall keineswegs ein Steuerrad, sondern eine immerwährende Hoffnung auf einen guten MS-Tag. Denn selbst, wenn sich die Morgenstunde als gnädig erweist, kann es eine halbe Stunde später schon wieder anders aussehen. Die MS ist unberechenbar und lauert …  Sie lauert auf eine noch so kleine Chance, sich bemerkbar machen zu können …
Und dennoch stehen wir auf, kämpfen und sehen dem Tag mit einem Lächeln entgegen. Denn wir sind stark und geben die Hoffnung auf einen Tag, der vielleicht auch einmal „glatt“ verläuft, niemals auf ..!

©Heike Führ/www.multiple-arts.com

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