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SEXUALITÄT – mein neues Buch

Pressemeldung zum Buch von Jutta Schütz:

SEXUALITÄT – Positive Tipps bei chronischer Erkrankung

PM 6 buch

Ein neues Buch der Bestsellerautorin „Heike Führ“ ging in Druck!

SEXUALITÄT – Positive Tipps bei chronischer Erkrankung

(News4Press.com) Intimität ist mehr als Sex – aus diesem Grund hat sich Heike Führ darüber Gedanken gemacht und diese in einem Buche untergebracht…

Kaum ein Gebiet ist so intim, Scham –und Angstbesetzt, wie die eigene und die Paar-Sexualität. Und kaum etwas anderes in einer Beziehung macht uns so verletzlich.
Dabei ist Sexualität eine wundervolle Möglichkeit, Nähe zum geliebten Partner herzustellen und zu halten, oder in schwierigen Lebensphasen nicht den „Kontakt“ zueinander zu verlieren.
Aber besonders wenn ein Paar mit der Diagnose einer chronischen Erkrankung, wie z. B. MS, konfrontiert wird, versteht man, wie wichtig es ist, sich gegenseitig zu begreifen.
Hier hilft die Autorin mit Ratschlägen, die sie auf Grund vieler Recherchen und Interviews mit an „Multipler Sklerose“ – Erkrankten führte.
Aber auch für Singles hält die Autorin Vorschläge bereit!

Alltagsnah und somit sowohl für „Gesunde“ als auch für chronisch Kranke, ist dieses Buch ein Begleiter in Sachen Sexualität.
Behutsam wird der Fokus auf das gegenseitige Verstehen und Vertrauen gelenkt und zeigt Gesprächs-Formen auf.
Ein kurzweiliger und lebensnaher kleiner Ratgeber, der in keinem Haushalt fehlen sollte.

Hallo MS!


http://heikef.jimdo.com/buch-tipps/

Buchdaten:
SEXUALITÄT – Positive Tipps bei chronischer Erkrankung
Autorin: Heike Führ
Verlag: Books on Demand
ISBN: 9783735793997

Firmeninformation:
Jutta Schütz (Autorin, Journalistin, Psychologin, Dozentin, Mentorin) schreibt Bücher, die anspornen, motivieren und spezielles Insiderwissen liefern. Weitere Informationen zur Autorin und ihren Büchern findet man in den Verlagen: Rosengarten-Verlag, FIT GESUND SCHOEN, BoD und tredition, sowie im Kultur-Netzwerk (Kommunikationsplattform für Kunst, Literatur, Musik, Film, Bühne, Entertainment und Medien).

*MS und Fieber/ Erkältung

Ein grippaler Infekt ist niemals schön. Er beeinträchtigt jeden, der sich mit ihm herumschlagen muss und man fühlt sich häufig einfach nur elend.
Ein ansonsten Gesunder steckt eine Erkältung aber gut weg: Ruhe und Medikamente und wie der alte Volksmund sagt: „Ein Schnupfen kommt 7 Tage und geht 7 Tage“, kann man sich auch im Normalfall drauf verlassen.

Menschen aber, die unter einer chronischen Erkrankung, wie MS, leiden, stecken eine Erkältung unter Umständen nicht so gut weg und vor allem lauern ernstzunehmende Gefahren. Das Immunstem ist bei MS sowieso geschwächt und greift sich selbst an. Wie also soll es „vernünftig“ mit einem Virus umgehen können? Im besten Fall schafft es das Immunsystem irgendwie, im schlechtesten Fall kann sich aus einer an sich harmlosen Erkältung ein heftiger Schub entwickeln, der zu einer drastischen Verschlimmerung der MS führen kann und somit großen Einfluss auf die bestehenden Beeinträchtigungen hat. Genauso können sich auch neue Handicaps entwickeln.

Des Weiteren gibt es bei Fieber oder Erkältungen noch das sogenannte Uthoff-Phänomen: bei Wärme (wie Fieber und erhöhter Temperatur) können sich alle MS-Symptome verschlechtern. Diese können so stark sein, dass der Betroffene Angst hat, ein neuer Schub sei im Anmarsch – oft handelt es sich dann aber „nur“ um einen „Pseudo-Schub“: das Uthoff-Phänomen.

Wenn man diese Zeilen liest, wird einem schnell klar, dass eine harmlose Erkältung für MS`ler eine echte Bedrohung darstellt.

Ich kenne viele MS`ler, die direkt nach dem Abklingen der Erkältungs-Symptome einen heftigen Schub bekamen. Kein Wunder also, wenn sich diese MS`ler vor einer Erkältung fürchten und es ist kein MS`ler ein Hypochonder, wenn er versucht, einem grippalen Infekt aus dem Weg zu gehen: Es ist eine Notwendigkeit!

Auch die Verschlechterungen der MS-Symptome während eines solchen Infektes sind schrecklich. Denn zu dem Infekt an sich, unter dem auch manch Gesunder sehr leidet, haben wir MS`ler dann noch eine sehr präsente MS!

Der Gang zur Toilette kann zum Marathon werden, da die Beine unendlich schwer sind, wie mit Blei behangen. Das Umdrehen im Bett kann ein Kraftakt werden, weil wir doppelte Schmerzen haben: die Gliederschmerzen des Infektes und die MS-Schmerzen.

Kraftlosigkeit ist sowieso eines der Symptome, mit dem viele MS`ler zu kämpfen haben. Kraft und Infekt schließen sich ebenfalls aus. Wenn sich also ein MS`ler sein MS-Leben lang sowieso schon fühlt, als habe er eine schwere Grippe, weil er so völlig erschöpft und kraftlos ist, wie fühlt er sich dann, wenn er tatsächlich noch einen Infekt hat?! Er fühlt sich unter Umständen schlicht und ergreifend furchtbar, erschlagen, hilflos und KRANK. Doppelt krank! Ausgeliefert und kaum fähig, sich adäquat um sich selbst zu sorgen.

„Bei der MS ist es nicht ungewöhnlich, dass sich die Symptome während einer Grippe-Infektion verschlimmern können. Die Ursache ist auf einen Leistungsabbau der Nervenfasern bei erhöhter Körpertemperatur, d. h. bei Fieber, zurückzuführen. Typische MS-Symptome wie Spastik, schlechteres Sehen, Schmerzen oder auch Fatigue (anfallsartige Müdigkeit) können bei einer Grippe oder einem Infekt so stark auftreten, dass die Betroffenen häufig zunächst an einen Schub denken. Fiebermessen und eine Untersuchung beim behandelnden Arzt kann Klarheit verschaffen. Auf jeden Fall sollte eine Grippe oder ein grippaler Infekt behandelt werden.“ (http://www.aktiv-mit-ms.de/ms-leben/ms-ernaehrung-gesundheit/detail/artikel/echte-grippe-oder-nur-erkaeltet/)

Husten wird zum Kraftakt und selbst eine „nur“ verstopfte Nase entkräftet uns.

Deshalb ist es so wichtig, sich während eines Infektes wirklich zu schonen, zur Ruhe zu kommen und, falls man noch berufstätig ist, sich auch eine Auszeit zu gönnen. Mit MS ist ein grippaler Infekt schon längst keine Kleinigkeit mehr, sondern eine Bedrohung.

Glücklicher Weise reagiert nicht jeder MS`ler so heftig auf einen Infekt, aber selbst, wenn es bis jetzt nicht so war, kann es ab heute wieder anders sein.

Und an alle Angehörigen geht meine innige BITTE: bitte nehmt es ernst, wenn es uns während eines Infektes so elend geht. Wir leben mit einer Doppelbelastung und ein Infekt kann bei MS wirklich verheerende Folgen haben.
Danke! ©2014 Heike Führ/multiple-arts.com

* „Messer; Gabel, Scher` und Licht, sind für kleine Kinder nicht!“

2013-09-26 21.26.13

Messer und Gabel sind zum Essen da. Also zur Zuhilfenahme zum Essen. So muss es richtig heißen.

MS`ler haben da aber unter Umständen sowieso ihre eigene Theorie. Vielleicht sollte man es umformulieren und sagen, sie „sollten“ zur Zuhilfenahme da sein.

Auch MS`ler wissen rein theoretisch, wie man mit diesem Esswerkzeug stilistisch und praktisch richtig umgeht. Das haben wir ja alle einmal gelernt. Und wir haben es auch noch nicht vergessen. Das wollte ich nur einmal bemerkt haben.

Nur macht uns unser Gehirn beim praktischen Umsetzen des Gelernten manchmal einen „Strich durch die Rechnung“. Die Gabel gehört in die linke, das Messer in die rechte Hand. Na dann, so schwer kann es doch nicht sein.

Tja, soweit die Theorie.

Meine Freundin P. berichtete mir neulich völlig verzweifelt davon, dass ihr in letzter Zeit des Öfteren das Besteck aus der Hand fiele. Gut, könne man erstens meinen, das passiert jedem mal. Wir wissen ja aber, warum es unsereins passiert und das macht es delikater. (für „Nicht-MS´ler“: Koordinationsstörungen, Feinmotorik, Kraftlosigkeit – einige der Gründe, warum es uns TATSÄCHLICH manchmal schwer fällt, „einfach“ Messer und Gabel zu halten).

Zweitens könne man meinen, dass man es wieder aufhebt und es damit gut sei.

Nur ist es ja so, dass ein „Aufheben“ ebenfalls wieder zum Balanceakt führt und gleichermaßen wieder Feinmotorik, Gleichgewicht und Krafteinsatz gefordert ist.

Drittens könne man meinen, dass dies alles vermehrt Kalorien verbrauche und man dadurch ja kaum zum Essen käme; dies also eine sinnvolle Diät-Taktik sei.

Ja, könne man meinen.

Tatsächlich aber ist es Gehirnjogging, da das arme MS geplagte und mit zig entzündlichen Stellen versehene Gehirn gerade einmal wieder Höchstleistungen erbringt, zumal die emotionale Gehirnhälfte gerade damit beschäftigt ist, sich zu schämen, dass „es“ uns schon wieder passiert und auch langsam beginnt, wütend zu werden.

Hallo Intentions – Tremor, hallo MS!


Zurück zu P.: sie hat es geschafft, ihren Teller brav und fast ohne Verletzungen leer zu essen. Sie brauchte dafür länger (ist bestimmt auch gesünder), aber sie hat es geschafft; sich aber auch gleichzeitig geschworen, das nächste Steak in mundgerechte Stücke geschnitten zu erwerben 😉

Messer, Gabel, Scher` und Licht,

sind für uns MS`ler nicht!“

Möge man sich ausmalen, wie solch eine Situation weiter ginge, wenn man noch eine Kerze anzündet und diese, bedingt durch den Tremor, gemeinsam mit dem Messer zu Boden fällt und das MS-Gehirn in seiner eventuellen Überforderung eine Entscheidung treffen muss, ob es erst den in Flammen aufgehenden Fußboden löscht (und zwar schnell (!) : Aufspringen, Wasser holen oder Ähnliches), oder das Messer aus einer Verletzungszone entfernt … und sich dabei womöglich noch an den Zinken der mit heruntergerissenen Gabel aufspießt, nachdem sich unterwegs das eigentlich zum Munde zu führende Fleischstück dem übrigen Chaos auf dem Fußboden zugesellt hat… 😉
Übertreibung?

Nein! Nicht unbedingt … Ein Essensszenario der besonderen Art. Es geschah in einer kleinen Wohnung in Mainz.

Hallo MS!

Des weiteren schimpft P. berechtigt über Verschlusspackungen. Manchmal kommt man ja kaum zum Einsatz von Messer und Gabel, da man die Verpackungen, wieder bedingt durch mangelnde Feinmotorik und Kraft, gar nicht erst auf bekommt.

Sie sagte in ihrem unbezahlbaren Humor, dass sie ja mit Vergnügen eine Packung wieder verschließen würde, wenn sie sie doch vorher nur auf bekäme 😉

Somit hat sie an diesem denkwürdigen Tag beschlossen, keine Verpackungen mit wieder verschließbaren Nahrungsmitteln mehr zu erwerben.

Hallo MS! Hallo Alltag! Hallo Humor, der über Verzweiflung siegt!

©Heike Führ / multiple-arts.com