*Wie stark wir wirklich sind….

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Wie stark wir wirklich sind….

Manchmal kann ich nicht beschreiben, wie es mir geht und vor allem, wie dies mein Leben und meinen Alltag beeinflusst….

Bin ich doch zufrieden mit meinem Leben, habe es mit Sinn angefüllt, liebe mein tägliches Bloggen, da es wie Therapie wirkt und bin rundum glücklich.

Und doch gibt es diese Momente, die ich meist rückblickend betrachte, in denen mein Leben beeinflusst war von Symptomen der Multiplen Sklerose.

Multiple Sklerose im Alltag

Wie stark wir wirklich sind, merken wir oft erst im Nachhinein, wenn wir eine Situation gemeistert haben, wenn wir durch ein tiefes Tal gegangen und wieder aufgestanden sind, oder wenn wir merken, wie tapfer wir Schmerzen und/oder Fatigue und Vieles mehr ausgehalten haben!

Manchmal wundere ich mich, dass ich wieder dieses und jenes nicht geschafft habe oder wieder nicht ein Treffen mit einer Freundin vereinbart habe.

Dann nervt es mich, dass ich das nicht schaffe, dass ich die Kraft nicht habe und einfach so erschöpft bin. Mich nervt das richtig und ich gehe hart ins Gericht mit mir – bis ich realisiere, WIE stark ich eigentlich gerade oder in dieser Situation war. Tatsächlich war!

Wir haben MS.

MS ist eine unheilbare und unkalkulierbare Erkrankung.

Diese Erkrankung bringt es mit sich, dass es Tage oder auch Wochen – oder Phasen – gibt, in und an denen es uns schlicht und ergreifend nicht gut geht! Man könnte auch profaner sagen: beschissen geht!

Uns geht es manchmal SO beschissen, dass wir vor Schmerzen oder Fatigue nicht mehr wissen, wo oben und unten ist – wo hinten und vorne ist! W

Wir müssen Kraftlosigkeit ertragen, die andere Menschen an die Grenzen der Erträglichkeit bringen würde. Schmerzen, die Andere direkt in die Uniklinik und Erschöpfungszustände, die sie in die „Klapse“ bringen würden!

MS`ler sind stark

Und wir? Wir chronisch Kranken – wir schaffen das, wir integrieren all dies und noch mehr in unseren Alltag und leben. Wir leben ihn, wir bestreiten ihn und sind froh, wenn wir ihn geschafft haben. Manchmal sind wir froh, wenn wir den Tag schlicht und ergreifend überlebt haben. Überlebt ohne Konsequenzen. Konsequenzen sind in unserem Fall Rachezüge der MS. Sie rächt sich gerne, wenn sie nicht genügend „Raum“ oder Pflege hatte.

Grenzenlose Erschöpfung bei MS

Wenn wir also grenzenlos erschöpft sind – immer!; wenn wir voller Kraftlosigkeit sind – immer!; und wenn wir Schmerzen aushalten müssen, schlecht laufen können (oder gar nicht), wenn wir taube Gliedmaßen und Sensibilitätsstörungen ertragen müssen und das noch alles auf einmal: dann sind wir stark! Wir sind sehr stark! Denn wir leben unser Leben und lassen es uns meistens noch nicht einmal anmerken.

Und wenn ich das so überlege, dann wundert es mich NICHT mehr, dass ich manchmal einfach nicht mehr kann…., dass ich bis auf die Knochen erschöpft und ausgelaugt bin: vom Alltag. Und da gab es noch keine Aufregungen. Wenn diese noch hinzukommen, dann macht unser Körper auch schnell mal schlapp….NOCH schlapper.

MS: nichts geht mehr

DANN hat man auch keine Kraft mehr zum Telefonieren oder nur zum Ausmachen von Terminen (und seien sie noch so positiv). Dann nämlich ist man froh, wenn man überlebt hat – mit einem Lächeln auf den Lippen: KLAR! ;) :)

Ich werde mir selbst diese Zeilen ausdrucken, ich werde sie mir irgendwo hinhängen, damit sie mich immer wieder daran erinnern, was ich schaffe.

Mit welchem Willen, mit welcher Disziplin. Dass ein Hinfallen nur Folgendes bedeutet: wieder aufzustehen. Dass mich die kleinen Unwägbarkeiten des Lebens nicht wirklich umwerfen, dass ich all das schaffe.

MS`ler können stolz auf ihre tägliche Leistung sein

Ich kann stolz drauf sein und das kann jeder von Euch ebenfalls sein: Stolz auf diese herausragende tägliche Leistung, die Gesunde vermutlich kaum eine einzige Stunde ertragen würden!