
Eine chronische Erkrankung mit Fatigue verändert alles. Energie ist dann kein selbstverständlicher Begleiter mehr, sondern eine begrenzte Ressource.
Etwas, das eingeteilt, geschützt und bewusst eingesetzt werden muss.
Energiemanagement ist deshalb keine Option, sondern eine Notwendigkeit.
Es bedeutet, den eigenen Tag nicht nach dem zu planen, was man gerne tun würde, sondern nach dem, was realistisch möglich ist.
Aufgaben werden vorab durchdacht: Was kostet wie viel Kraft? Was ist heute wirklich wichtig? Was kann warten – oder ganz wegfallen?
Pausen werden nicht erst eingelegt, wenn nichts mehr geht, sondern vorher.
Ausruhen wird zur aktiven Handlung, nicht zum Zeichen von Schwäche.
Dazu gehört auch, sich vor Ereignissen gezielt zu schonen!!!
Wer weiß, dass ein Termin, ein Treffen oder ein emotional fordernder Moment ansteht, muss vorher Energie sammeln. Und danach wieder auftanken.
Dieses „Davor und Danach“ ist ein zentraler Teil des Energiemanagements – auch wenn es von außen oft unsichtbar bleibt!!!
Emotional ist dieser Weg nicht leicht. Es kann schmerzen, ständig rechnen zu müssen: Reicht meine Kraft dafür noch? Was opfere ich, wenn ich jetzt Ja sage? Es fühlt sich ungerecht an, wenn selbst schöne Dinge Erschöpfung nach sich ziehen.
Und es kann einsam machen, immer wieder erklären zu müssen, warum man absagt, früher geht oder langsamer ist.
Doch Energiemanagement ist auch ein Akt von Selbstfürsorge.
Es heißt:
Ich nehme mich ernst.
Ich erkenne meine Grenzen an, ohne mich dafür zu verurteilen.
Ich schütze meine Gesundheit, statt sie täglich zu überziehen.
Und ich lerne, dass mein Wert nicht davon abhängt, wie viel ich leiste – sondern davon, dass ich gut mit mir umgehe.
Ein klarer Umgang mit der eigenen Energie schafft Stabilität. Er verhindert schlimme Einbrüche, verlängert gute Phasen und gibt ein Stück Kontrolle zurück in einer Situation, die sich oft ohnmächtig anfühlt.

Energiemanagement ist kein Verzicht auf Leben – es ist eine andere, bewusstere Art zu leben. Mit mehr Achtsamkeit. Mit mehr Mitgefühl für sich selbst.
Und mit der tiefen Erkenntnis, dass Schonung kein Aufgeben ist, sondern Überleben – und manchmal sogar ein leiser Akt von Stärke.
Alles Liebe! Und morgen kommt noch ein Text dazu, wie nervend es manchmal ist, immer auf das Energiemanagement Rücksicht nehmen zu müssen!
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