
UHTHOFF – die emotionale Seite
Nicht nur, das Gefühl von „es ist warm und unangenehm“, sondern eher dieses Gefühl von „Ich bin nicht mehr ich selbst. Ich kann nicht so, wie ich will“!
Mein Radius wird kleiner. Meine Kraft, meine Leichtigkeit, meine Lebensqualität werden mir einfach weggenommen.
Das ist nicht bloß lästig. Das ist eine echte Belastung.
Was beim Uthoff-Phänomen oft emotional so reinhaut
Uhthoff ist kein Schub und verursacht nicht automatisch neue Schäden, sondern eher eine vorübergehende Verschlechterung bestehender Symptome, die sich mit Abkühlung meist wieder bessert.
Aber: Das Wissen, dass es „nur vorübergehend“ ist, macht das Erleben nicht harmlos!!!
Denn im Alltag fühlt es sich oft an wie:
* Kontrollverlust – du planst etwas und dein Körper sagt plötzlich: nope.
* Trauer um Lebensqualität – weil Sommer, Unternehmungen, Spontanität, Energie oder auch kleine Freiheiten nicht mehr selbstverständlich sind.
* Hilflosigkeit und Frust – weil du vielleicht genau weißt, was los ist, aber es in dem Moment trotzdem nicht wegzaubern kannst.
* Daueranspannung – dieses innere Scannen: „Wird’s heute wieder schlimmer? Wie warm wird es? Schaffe ich den Termin? Kippe ich wieder in diese Erschöpfung?“
* Isolation – wenn andere Sommer, Freibad, Garten, Ausflüge genießen und man selbst denkt: Ich versuche gerade nur, meinen Kreislauf, mein Nervensystem und meinen Kopf irgendwie zusammenzuhalten.
Und genau das kann psychisch enorm zermürben. Es ist nicht nur Erschöpfung, sondern auch Verlust. Verlust von Kraft. Von Verlässlichkeit. Von Freiheit. Vielleicht auch ein Stück von dem, wie du dich selbst kennst.
Wenn Hitze/Uthoff zuschlägt, ist das oft nicht „nur“ Müdigkeit, sondern so eine Entmächtigung des Alltags:
* Man muss Dinge absagen
* man wird langsamer
* man kann nicht so reagieren, denken, leisten, teilnehmen
* und man ist gleichzeitig damit beschäftigt, das irgendwie nach außen zu erklären oder zu überspielen
Das kann richtig traurig machen. Oder wütend. Oder beides gleichzeitig.
Und manchmal auch so leer, weil man einfach dauernd gegen etwas anlebt, das man nicht verhandeln kann.
Was wichtig ist: Dieses „ich bin so fertig“ ernstzunehmen ! Denn wenn du merkst, dass dich das emotional richtig runterzieht, dann ist das kein „Stell-dich-nicht-so-an“, sondern ein Signal, dass dein System gerade sehr viel trägt — körperlich und seelisch.
Gerade bei MS ist Fatigue nicht einfach normale Müdigkeit, und wenn dann noch Hitze/Uthoff dazukommt, kann das wie ein Verstärker wirken.
Viele Betroffene berichten genau von diesem Mix aus körperlicher Schwäche, Brain Fog, Reizüberflutung und emotionalem Zusammenbrechen, weil einfach nichts mehr kompensiert werden kann.

Was dir vielleicht helfen kann — nicht als „Lösung“, eher als Entlastung Ein paar Gedanken, die manchmal wirklich etwas Druck rausnehmen:
1) Nicht nur „mir geht’s gerade schlecht“, sondern ganz konkret:
* „Das ist gerade Uthoff + Fatigue + Trauer über Einschränkung.“
* „Ich bin nicht schwach, mein Nervensystem ist gerade überlastet.“
* „Heute ist ein Hitzetag, kein Maßstab für meinen normalen Zustand.“
Das nimmt nicht alles weg, aber manchmal etwas von dieser fiesen Selbstabwertung.
2) Den Sommer nicht mehr gegen dich gewinnen lassen müssen
Ich meine damit nicht „positiv denken“, sondern eher: radikal entlasten.
Also wirklich legitimerweise:
* Termine verschieben oder kürzen
* mittags nichts vornehmen
* Kühlpausen einplanen, bevor es kippt
* Hilfe annehmen
* Dinge absagen, ohne dich dafür zu rechtfertigen
Nicht als Kapitulation, sondern als Schadensbegrenzung für dein Nervensystem.
3) Traurig sein dürfen über das, was wegfällt
Das klingt banal, ist aber wichtig. Es ist okay, zu sagen: „Ich finde das unfair. Ich vermisse meine Kraft. Ich vermisse Sommer, wie andere ihn erleben.“ Man muss nicht alles tapfer wegmoderieren.
4) Mit dem Neurologen / der Neurologin besprechen, wenn…
* die Verschlechterung ungewöhnlich stark ist
* die Symptome nach Abkühlung nicht wieder zurückgehen
* etwas neu ist oder anders als sonst
* oder du merkst, dass dich die emotionale Belastung gerade wirklich Richtung depressive Verstimmung oder totale Erschöpfung zieht.
Denn dann geht es nicht nur um „Hitze aushalten“, sondern auch darum, ob man symptomatisch noch etwas besser unterstützen kann.
Dieses Uthoff-Geschehen, das wir erleben (müssen), nimmt gerade richtig Lebensqualität und raubt Kraft – körperlich und seelisch.
Und ja: Das darf man auch genau so benennen. Das ist belastend. Punkt.
Und hier noch meine emotionalen Gedanken dazu:
Was Uthoff emotional mit mir macht
Uthoff ist für mich nicht einfach nur Hitze, die ich schlechter vertrage. Es ist viel mehr als das. Es nimmt mir Kraft, Klarheit, Leichtigkeit und oft auch ein Stück Lebensqualität.
Dinge, die für andere selbstverständlich sind, werden plötzlich anstrengend oder gar unmöglich.
Und genau das macht auch emotional etwas mit mir.
- Es ist dieses Gefühl, ausgebremst zu werden, obwohl ich doch einfach nur leben möchte.
Mitten im Sommer, mitten im Alltag, mitten in schönen Momenten.
Wenn mein Körper plötzlich nicht mehr mitmacht, wenn Erschöpfung, Schwäche oder Reizüberflutung alles überlagern, dann bleibt nicht nur Müdigkeit zurück – sondern auch Frust, Traurigkeit und manchmal Hilflosigkeit.
- Uthoff ist für mich nicht nur ein körperliches Symptom. Es ist auch ein stiller Verlust von Freiheit, Spontaneität und Lebensqualität.
Und ja, das tut weh. Nicht nur im Körper, sondern auch im Herzen.
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Alles Liebe für Euch – kommt gut durch diese schreckliche Hitze!


