Archiv für den Monat: Mai 2013

DMSG zum Welt-MS-Tag 2013

 

Welt MS-Tag 2013

Am 29. Mai 2013 findet zum 5. Mal der Welt MS Tag statt.
Weltweit ruft dieser besondere Tag zur Solidarität mit den 2,5 Millionen MS-Erkrankten auf, will Aufmerksamkeit und Verständnis für die Belange MS-Erkrankter wecken sowie über die Erkrankung und ihre Auswirkungen auf Familie, Beruf, Gesellschaft und über die weltweite Forschung aufklären. Weltweites Motto: Young People with MS“.

Für Deutschland hat der DMSG-Bundesverband das Motto: „Die Zukunft gestalten – Perspektiven für junge Menschen mit MS““ gewählt. Die Botschaft, die hinter diesem Motto steckt, lautet: Auch mit MS geht das Leben weiter, lassen sich Zukunftspläne realisieren, darf Resignation kein Thema sein. Es gibt Perspektiven, um das private, berufliche und gesellschaftliche Leben nach eigenen Vorstellungen und Wünschen zu entwickeln.

Mehr als 130 000 Menschen in Deutschland sind an Multipler Sklerose erkrankt, darunter auch sehr viele junge Leute, die am Beginn ihrer beruflichen und familiären Laufbahn stehen. Für sie und für ihre Angehörigen bedeutet die Diagnose MS nicht nur die Konfrontation mit einer noch immer unheilbaren Erkrankung des Zentralen Nervensystems, deren Verlauf nicht vorhersehbar ist. Sie bedeutet für jeden Einzelnen einen tiefen Einschnitt in seine Lebensplanung, verändert seinen Alltag, sein familiäres, gesellschaftliches und berufliches Leben. Hinter jedem von ihnen steht eine ganz individuelle Geschichte, gemeinsam für alle aber gilt: Die Zukunft trotz und mit MS zu gestalten.

Gedanken zum Welt MS-Tag

MS = Multiple Sklerose. … Ein Wort mit 2 Buchstaben, das die eigene Welt und die all Derjenigen, die Deine Welt mit Dir leben, auf den Kopf stellt.
MS. Eine unheilbare Krankheit.
MS. Die Krankheit mit den 1000 Gesichtern.
MS. Viele UNSICHTBARE Symptome.
MS. Wenig „Lobby“ und Anerkennung in der Gesellschaft.
MS verläuft bei jedem Betroffenen anders, beginnt in völlig unterschiedlichen Altersstufen und endet unvorhergesehen, aber nicht zwangsläufig im Rollstuhl.
MS bedeutet Vieles, vor allem UNBERECHENBARKEIT. MS bedeutet kämpfen: und das jeden Tag, jede Stunde. MS bedeutet: niemals aufgeben und einen möglichst hohen Optimismus bewahren oder aneignen. MS bedeutet Verlust: Verlust von LEBENSQUALITÄT, von Lebendigkeit und Vertrauen in eine relativ sichere Zukunft. MS bedeutet „anders“ sein. MS bedeutet ANGST und Kontrollverlust. Verlust von „Freundschaften“, von Arbeitsplatz und Autonomie. Verlust von Gesundheit, von Kraft und von Energie. MS bedeutet eine immerwährendes Haushalten von Kräften und Energien und beinhaltet Planen und Organisieren. MS bedeutet verschiedenartige Schmerzen aushalten zu müssen und trotzdem den Tag bestreiten zu können. MS bedeutet, regelmäßig und lebenslang viele Medikamente (oft in Form von Spritzen) mit heftigen und zum Teil zerstörerischen Nebenwirkungen einnehmen zu müssen.
MS bedeutet aber auch, an der eigenen Stärke zu wachsen und neue wundervolle und tiefe neue Freundschaften zu schließen. Man lernt ebenfalls zwangsläufig, mit einem Leben, das durch die MS eingeschränkt ist, umzugehen und es möglichst erträglich und den Umständen entsprechend zufriedenstellend zu gestalten. ABER: auch das ist bei jedem Betroffenen ANDERS und unterschiedlich und man kann NIEMALS vergleichen.
Ich möchte an diesem Welt-MS-Tag so viel hinausschreien, in die WELT: ich habe das dringende Bedürfnis, aufzuklären, die MS begreiflich zu machen in all ihren Facetten.
Meine Botschaft würde lauten: bitte urteilt NIE über einen Menschen, seine Lebensweise, sein Verhalten, sein Können -oder Nichtkönnen, seine Emotionen – wenn Ihr ihn nicht kennt; nicht wirklich kennt; nicht in „seinen Schuhen gelaufen seid“ …
Bildet Euch kein Urteil über einen Menschen, der „anders“ ist … Es gibt so viele Krankheiten, auch MS, deren Symptome unsichtbar sind. Es sieht uns kaum einer an, dass wir abgrundtief erschöpft (FATIGUE) sind, denn wir können trotz dieses komatösen Zustandes aussehen, wie das „blühende Leben“; es sieht uns keiner an, dass gerade die Hand o. das Gesicht taub sind, dass wir einen „Ameisenhaufen“ über unseren Körper wandern und beißen spüren, dass evtl. jemand inkontinent ist und vielleicht schon OPs deswegen hatte, dass ein Auge blind ist, oder beide Augen extrem sehgeschwächt sind. Es sieht uns niemand unseren Schwindel an, unsere Kraftlosigkeit, die fehlende Energie, kognitive Leistungsstörungen und vieles mehr. Und es sieht uns niemand das Energie-Management an, das wir im Vorfeld betrieben haben (=ausruhen), um an einer Veranstaltung teilnehmen zu können und lebendig zu wirken. Oder welche Kraft und Anstrengung es uns kostet, stehen zu können …

„Mit dem Auge ist das Wesentliche unsichtbar“ – Antoine de Saint-Exupéry.
Was man sieht, sind die sichtbaren BEHINDERUNGEN, wenn man z.B. im Rollstuhl sitzt, oder Probleme beim Laufen hat. Es tut uns weh, wenn wir verurteilt werden. Wir haben uns diese Krankheit nicht ausgesucht und wir brauchen Unterstützung! Wir brauchen Unterstützung in Form von Vertrauen auf das, was wir sagen. Wenn wir sagen: „ich muss mich hinlegen, weil mich gerade eine schlimme Fatigue überfällt“, oder wenn wir Freunden mitteilen, dass wir diesen geplanten Ausflug sicherlich nicht schaffen, weil es einfach zu viel wird, dann sind wir darauf angewiesen, dass man uns glaubt. Glaubt, ohne „wenn und aber“. Wir brauchen kein Mitleid. Mitgefühl nehmen wir dagegen gerne entgegen; es zeigt, dass unser Gegenüber empathiefähig ist und mitdenkt … Wir brauchen Vertrauen.
Wir brauchen verständnisvolle Arbeitgeber, Freunde , Partner und Familien. Wir brauchen auch manchmal konkrete Hilfe: eine Treppe hinauf oder hinab zu kommen, aufzustehen – eine Hand, einen Arm …
Wir brauchen gute Hausärzte und kompetente, hochinformierte und verständnisvolle Fachärzte.
Wir wünschen uns verständnisvolle Ämter (Krankenkassen, Rentenversicherung, Arbeitsamt usw.). Wir wünschen es uns, da wir es brauchen und ganz oft nicht erhalten und erleben. Der sogenannte Sozialstaat hat definitiv spätestens dann seine Grenzen, wenn man in einer Situation ist, in der man es zu spüren bekommt. (Krankengeld, „Übergangsgeld“/Arbeitslosengeld 1, oder gar HARTZ 4)
Wir haben als große Hilfe die „Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft“ (DMSG) an unserer Seite. Es ist ein Segen, dass es sie gibt. Sie helfen uns im Dschungel der Paragraphen der Ämter, sie helfen uns, unsere Rechte zu vertreten, wissenschaftliche Erkenntnisse zu erwerben und Forschungen zu unterstützen, uvm.! Es lohnt sich definitiv, Mitglied zu werden und auch damit der MS eine vermehrte Lobby zu verschaffen.
Wir brauchen eine Gleichstellung ohne großes Aufsehen. Wir brauchen Lobby , wir brauchen gute Medikamente ohne schlimme Nebenwirkungen und mit einer echten Hoffnung auf HEILUNG… Wir brauchen eine (Zu)-Zahlung zu vielen Medikamenten, Nahrungsergänzungsmitteln und Therapien. Wir müssen als chronisch Kranke noch immer viel zu viel selbst zahlen, während wir uns ja oft gerade durch diese Erkrankung in keinem guten wirtschaftlichen/finanziellen Zustand befinden.
Wir brauchen KEINE MS, wir wünschen uns Gesundheit und brauchen sie auch.
Wir leben und sind dankbar. Wir leben manchmal gut und manchmal kriechen wir nur. Oft können wir nicht mehr „rennen“, aber wir kämpfen, bleiben nicht stehen und geben niemals auf. Aber wir brauchen Unterstützung, um unser Leben adäquat leben zu können.
Und bitte vergleicht den einen MS`ler nicht mit dem anderen MS`ler!
MS ist die Krankheit mit den 1000 Gesichtern: ein Betroffener, der z.B. Probleme beim Laufen, aber sonst keine weiteren Einschränkungen hat, also beispielsweise auch keine Fatigue kennt, der kann seinen Alltag mit entsprechender Gehhilfe ansonsten aber so normal, wie ein Gesunder leisten, weil er nicht schneller erschöpft ist. Dieser hat evtl. auch sonst weiter keine MS-Symptome und ist deshalb voll leistungsfähig, trotz Geh-Einschränkungen.
Ein anderer Betroffener sieht „kerngesund“, oder wie das „blühende Leben“ aus, kann laufen und hat keine großen sichtbaren Einschränkungen, er kann aber dermaßen mit Fatigue, Schwindel, Schmerzen und Ähnlichem geplagt sein, dass er arbeitsunfähig ist.
Diese Differenzierung ist sicher sehr schwierig für Außenstehende, aber für uns und das Verständnis über MS SEHR WICHTIG!
Und wir brauchen ab und zu ein tröstendes Wort, wenn uns mal wieder die Realität eingeholt hat und wir im Vergleich mit gleichaltrigen Gesunden feststellen, was wir doch alles nicht mehr schaffen … Dieser Vergleich schmerzt unendlich …
Dann brauchen wir einen verständnisvollen, liebevollen Arm, der uns auffängt und tröstet, ohne uns die „Welt“ zu versprechen, ohne uns „gute Ratschläge“ zu geben, ohne uns schlaue Redensarten um die Ohren zu hauen. Wir brauchen ein liebevolles Ohr, das zuhört, uns versteht und tröstet. Dann sieht die (MS)-Welt gleich freundlicher aus.
Bitte, liebe Mitmenschen, versucht, uns und unsere unsichtbaren Symptome zu verstehen, uns zu glauben und bitte nehmt unsere sichtbaren Symptome hin, helft uns, ohne zu bemitleiden. Unterstützt uns und helft uns, eine größere Lobby für diese schwere, bisher unheilbare und unberechenbare Erkrankung zu schaffen und helft uns, unser Leben lebenswert, erfüllt und glücklich leben zu können. DANKE. © www.multiple-arts.com /by Heike Führ

News 4 Press: WELT-MS-Tag und die Botschaft von Heike Führ

WELT-MS-Tag und die Botschaft von Heike Führ (Selbsthilfegruppe)

Am 29.05.2013 ist Welt-MS-Tag und in diesem  Rahmen wurde von einer Selbsthilfegruppe und von Heike Führ ein Portrait vom SWR erstellt. MS verläuft bei jedem Betroffenen anders, beginnt in völlig unterschiedlichen Altersstufen und endet unvorhergesehen, aber nicht zwangsläufig im Rollstuhl.

file - News 4 Press: WELT-MS-Tag und die Botschaft von Heike Führ

WELT-MS-Tag und die Botschaft von Heike Führ (Selbsthilfegruppe)

(News4Press.com)  MS = Multiple Sklerose. Ein Wort mit 2 Buchstaben, das die eigene Welt und die all Derjenigen, die Deine Welt mit Dir leben, auf den Kopf stellt. MS = Eine unheilbare Krankheit. MS = Die Krankheit mit den 1000 Gesichtern. MS = Viele UNSICHTBARE Symptome. MS = Wenig „Lobby“ und Anerkennung in der Gesellschaft. MS bedeutet Vieles, vor allem UNBERECHENBARKEIT. MS bedeutet kämpfen: und das jeden Tag, jede Stunde. MS bedeutet: niemals aufgeben und einen möglichst hohen Optimismus bewahren oder aneignen. MS bedeutet Verlust: Verlust von LEBENSQUALITÄT, von Lebendigkeit und Vertrauen in eine relativ sichere Zukunft. MS bedeutet „anders“ sein.  MS bedeutet ANGST und Kontrollverlust. Verlust von „Freundschaften“, von Arbeitsplatz und Autonomie. Verlust von Gesundheit, von Kraft und von Energie. MS bedeutet, eine immerwährendes Haushalten von Kräften und Energien und beinhaltet Planen und Organisieren. MS bedeutet verschiedenartige Schmerzen aushalten zu müssen und trotzdem den Tag bestreiten zu können. MS bedeutet, regelmäßig und lebenslang viele Medikamente (oft in Form von Spritzen) mit heftigen und zum Teil zerstörerischen Nebenwirkungen einnehmen zu müssen. MS bedeutet aber auch, an der eigenen Stärke zu wachsen und neue wundervolle und tiefe neue Freundschaften zu schließen.  Man lernt ebenfalls zwangsläufig, mit einem Leben, dass durch die MS eingeschränkt ist, umzugehen und es möglichst erträglich und den Umständen entsprechend zufriedenstellend zu gestalten.  ABER: auch das ist bei jedem Betroffenen ANDERS und unterschiedlich und man kann NIEMALS vergleichen.
Heike Führ möchte an diesem Welt-MS-Tag so viel hinausschreien, in die WELT: ich habe das dringende Bedürfnis, aufzuklären, die MS begreiflich zu machen in all ihren Facetten.
Heikes Botschaft würde lauten: „Bitte urteilt NIE über einen Menschen, seine Lebensweise, sein Verhalten, sein Können -oder Nichtkönnen, seine Emotionen – wenn Ihr ihn nicht kennt; nicht wirklich kennt; nicht in „seinen Schuhen gelaufen seid“ …  Sie sagt auch: „Bildet Euch kein Urteil über einen Menschen, der „anders“ ist. Es gibt so viele Krankheiten, auch MS, deren Symptome unsichtbar sind. Es sieht uns kaum einer an, dass wir abgrundtief erschöpft (FATIGUE) sind, denn wir können trotz dieses komatösen Zustandes aussehen, wie das „blühende Leben“; es sieht uns keiner an, dass gerade die Hand o. das Gesicht taub sind, dass wir einen „Ameisenhaufen“ über unseren Körper wandern und beißen spüren, dass evtl. jemand inkontinent ist und vielleicht schon OPs deswegen hatte, dass ein Auge blind ist, oder beide Augen extrem sehgeschwächt sind. Es sieht uns niemand unseren Schwindel an, unsere Kraftlosigkeit, die fehlende Energie, kognitive Leistungsstörungen und vieles mehr.  Und es sieht uns niemand das Energie-Management an, das wir im Vorfeld betrieben haben (= ausruhen), um an einer Veranstaltung teilnehmen zu können und lebendig zu wirken. Oder welche Kraft und Anstrengung es uns kostet, stehen zu können.“ Der Text wurde von Frau Heike Führ erstellt – Copyrightrechte: by Heike Führ.
Wer mehr wissen möchte, informiert sich bitte auf Heikes Webseite: http://multiple-arts.com/
Es wird am Mittwoch, 29.05.13 um 19.45 und 21.45 Uhr im SWR Fernsehen ausgestrahlt. Firmeninformation: Jutta Schütz: Autorin/Schriftstellerin, Print- und Online-Journalistin. Weitere Informationen zur Person und ihren Büchern/Presse finden Sie in den Verlagen: tredition Hamburg, fitgesundschoen, BoD und im Kultur-Netzwerk (Kommunikationsplattform für Kunst, Literatur, Musik, Film, Bühne, Entertainment und Medien).

Schütz Jutta Schütz Mollstraße 58097  Hagen    info.jschuetz@googlemail.com www.jutta-schuetz-autorin.de/

LINK:

http://www.news4press.com/WELT-MS-Tag-und-die-Botschaft-von-Heike-_744584.html

Gedanken zum WELT-MS-Tag 2013

Gedanken zum WELT-MS-Tag 2013

 

 

MS = Multiple Sklerose.

Ein Wort mit 2 Buchstaben, das die eigene Welt und die all Derjenigen, die Deine Welt mit Dir leben, auf den Kopf stellt.

 

MS.

Eine unheilbare Krankheit.

 

MS.

Die Krankheit mit den 1000 Gesichtern.

 

MS.

Viele UNSICHTBARE Symptome.

 

MS.

Wenig „Lobby“ und Anerkennung in der Gesellschaft.

 

MS verläuft bei jedem Betroffenen anders, beginnt in völlig unterschiedlichen Altersstufen und endet unvorhergesehen, aber nicht zwangsläufig im Rollstuhl.

MS bedeutet Vieles, vor allem UNBERECHENBARKEIT.

MS bedeutet kämpfen: und das jeden Tag, jede Stunde. MS bedeutet: niemals aufgeben und einen möglichst hohen Optimismus bewahren oder aneignen.

MS bedeutet Verlust: Verlust von LEBENSQUALITÄT, von Lebendigkeit und Vertrauen in eine relativ sichere Zukunft.

MS bedeutet „anders“ sein.

MS bedeutet ANGST und Kontrollverlust. Verlust von „Freundschaften“, von Arbeitsplatz und Autonomie.

Verlust von Gesundheit, von Kraft und von Energie.

MS bedeutet eine immerwährendes Haushalten von Kräften und Energien und beinhaltet Planen und Organisieren.

MS bedeutet verschiedenartige Schmerzen aushalten zu müssen und trotzdem den Tag bestreiten zu können. MS bedeutet, regelmäßig und lebenslang viele Medikamente (oft in Form von Spritzen) mit heftigen und zum Teil zerstörerischen Nebenwirkungen einnehmen zu müssen.

MS bedeutet aber auch, an der eigenen Stärke zu wachsen und neue wundervolle und tiefe neue Freundschaften zu schließen.

Man lernt ebenfalls zwangsläufig, mit einem Leben, das durch die MS eingeschränkt ist, umzugehen und es möglichst erträglich und den Umständen entsprechend zufriedenstellend zu gestalten.

ABER: auch das ist bei jedem Betroffenen ANDERS und unterschiedlich und man kann NIEMALS vergleichen.

Ich möchte an diesem Welt-MS-Tag so viel hinausschreien, in die WELT: ich habe das dringende Bedürfnis, aufzuklären, die MS begreiflich zu machen in all ihren Facetten.
Meine Botschaft würde lauten: bitte urteilt NIE über einen Menschen, seine Lebensweise, sein Verhalten, sein Können -oder Nichtkönnen, seine Emotionen – wenn Ihr ihn nicht kennt; nicht wirklich kennt; nicht in „seinen Schuhen gelaufen
seid“ …  

Bildet Euch kein Urteil über einen Menschen, der „anders“ ist …

Es gibt so viele Krankheiten, auch MS, deren Symptome unsichtbar sind. Es sieht uns kaum einer an, dass wir abgrundtief erschöpft (FATIGUE) sind, denn wir können trotz dieses komatösen Zustandes aussehen, wie das „blühende Leben“; es sieht uns keiner an, dass gerade die Hand o. das Gesicht taub sind, dass wir einen „Ameisenhaufen“ über unseren Körper wandern und beißen spüren, dass evtl. jemand inkontinent ist und vielleicht schon OPs deswegen hatte, dass ein Auge blind ist, oder beide Augen extrem sehgeschwächt sind. Es sieht uns niemand unseren Schwindel an, unsere Kraftlosigkeit, die fehlende Energie, kognitive Leistungsstörungen und vieles mehr.

Und es sieht uns niemand das Energie-Management an, das wir im Vorfeld betrieben haben (=ausruhen), um an einer Veranstaltung teilnehmen zu können und lebendig zu wirken. Oder welche Kraft und Anstrengung es uns kostet, stehen zu können …

Mit dem Auge ist das Wesentliche unsichtbar“ – Antoine de Saint-Exupéry.

Was man sieht, sind die sichtbaren BEHINDERUNGEN, wenn man z.B. im Rollstuhl sitzt, oder Probleme beim Laufen hat.

Es tut uns weh, wenn wir verurteilt werden. Wir haben uns diese Krankheit nicht ausgesucht und wir brauchen Unterstützung! Wir brauchen Unterstützung in Form von Vertrauen auf das, was wir sagen. Wenn wir sagen: „ich muss mich hinlegen, weil mich gerade eine schlimme Fatigue überfällt“, oder wenn wir Freunden mitteilen, dass wir diesen geplanten Ausflug sicherlich nicht schaffen, weil es einfach zu viel wird, dann sind wir darauf angewiesen, dass man uns glaubt. Glaubt, ohne „wenn und aber“.

Wir brauchen kein Mitleid. Mitgefühl nehmen wir dagegen gerne entgegen; es zeigt, dass unser Gegenüber empathiefähig ist und mitdenkt … Wir brauchen Vertrauen.

 

Wir brauchen verständnisvolle Arbeitgeber, Freunde , Partner und Familien.

Wir brauchen auch manchmal konkrete Hilfe: eine Treppe hinauf oder hinab zu kommen, aufzustehen – eine Hand, einen Arm …

 

Wir brauchen gute Hausärzte und kompetente, hochinformierte und verständnisvolle Fachärzte.
Wir wünschen uns verständnisvolle Ämter (Krankenkassen, Rentenversicherung, Arbeitsamt usw.). Wir wünschen es uns, da wir es brauchen und ganz oft nicht erhalten und erleben. Der sogenannte Sozialstaat hat definitiv spätestens dann seine Grenzen, wenn man in einer Situation ist, in der man es zu spüren bekommt. (Krankengeld, „Übergangsgeld“/Arbeitslosengeld 1, oder gar HARTZ 4)

 

Wir haben als große Hilfe die „Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft“ (DMSG) an unserer Seite. Es ist ein Segen, dass es sie gibt. Sie helfen uns im Dschungel der Paragraphen der Ämter, sie helfen uns, unsere Rechte zu vertreten, wissenschaftliche Erkenntnisse zu erwerben und Forschungen zu unterstützen,  uvm.! Es lohnt sich definitiv, Mitglied zu werden und auch damit der MS eine vermehrte Lobby zu verschaffen.

 

Wir brauchen eine Gleichstellung ohne großes Aufsehen.

Wir brauchen Lobby , wir brauchen gute Medikamente ohne schlimme Nebenwirkungen und mit einer echten Hoffnung auf  HEILUNG… Wir brauchen eine (Zu)-Zahlung zu vielen Medikamenten, Nahrungsergänzungsmitteln und Therapien. Wir müssen als chronisch Kranke noch immer viel zu viel selbst zahlen, während wir uns ja oft gerade durch diese Erkrankung in keinem guten wirtschaftlichen/finanziellen Zustand befinden.

 

Wir brauchen KEINE MS, wir wünschen uns Gesundheit und brauchen sie auch.
Wir leben und sind dankbar. Wir leben manchmal gut und manchmal kriechen wir nur. Oft können wir nicht mehr „rennen“, aber wir kämpfen, bleiben nicht stehen und geben niemals auf. Aber wir brauchen Unterstützung, um unser Leben adäquat leben zu können.

 

Und bitte vergleicht den einen MS`ler nicht mit dem anderen MS`ler!

 

MS ist die Krankheit mit den 1000 Gesichtern: ein Betroffener, der z.B. Probleme beim Laufen, aber sonst keine weiteren Einschränkungen hat, also beispielsweise auch keine Fatigue kennt, der kann seinen Alltag mit entsprechender Gehhilfe ansonsten aber so normal, wie ein Gesunder leisten, weil er nicht schneller erschöpft ist. Dieser hat evtl. auch sonst weiter keine MS-Symptome und ist deshalb voll leistungsfähig, trotz Geh-Einschränkungen.

 

Ein anderer Betroffener sieht „kerngesund“, oder wie das „blühende Leben“ aus, kann laufen und hat keine großen sichtbaren Einschränkungen, er kann aber dermaßen mit Fatigue, Schwindel, Schmerzen und Ähnlichem geplagt sein, dass er arbeitsunfähig ist.

Diese Differenzierung ist sicher sehr schwierig für Außenstehende, aber für uns und das Verständnis über MS SEHR WICHTIG!

Und wir brauchen ab und zu ein tröstendes Wort, wenn uns mal wieder die Realität eingeholt hat und wir im Vergleich mit gleichaltrigen Gesunden feststellen, was wir doch alles nicht mehr schaffen … Dieser Vergleich schmerzt unendlich …

 

Dann brauchen wir einen verständnisvollen, liebevollen Arm, der uns auffängt und tröstet, ohne uns die „Welt“ zu versprechen, ohne uns „gute Ratschläge“ zu geben, ohne uns schlaue Redensarten um die Ohren zu hauen. Wir brauchen ein liebevolles Ohr, das zuhört, uns versteht und tröstet. Dann sieht die (MS)-Welt gleich freundlicher aus.

 

Bitte, liebe Mitmenschen, versucht, uns und unsere unsichtbaren Symptome zu verstehen, uns zu glauben und bitte nehmt unsere sichtbaren Symptome hin, helft uns, ohne zu bemitleiden. Unterstützt uns und helft uns, eine größere Lobby für diese schwere, bisher unheilbare und unberechenbare Erkrankung zu schaffen und helft uns, unser Leben lebenswert, erfüllt und glücklich leben zu können. DANKE. ©MULTIPLE ARTS.com/Heike Führ

 

 

 

PFINGSTEN UND MUSIK

Ob es sich jemand vorstellen kann, der nicht an einer Erkrankung wie MS (oder Ähnlichem), bzw. an einer dermaßen überwältigenden ERSCHÖPFUNGS-Symptomatik,  leidet, wie es ist, wenn man sich auf einen Ausflug vorbereitet? Vorbereiten muss?
Ich habe das Glück, dass mein Mann ein wunderbarer Musiker ist und sowohl solo, (www.kidblue.de) als auch mit seiner Band („Jerry and the T-Birds“) auftritt.

Ihr kennt meine Geschichte: MS und vor allem FATIGUE: dies bedeutet ein immer wieder neu zu überdenkendes und anzupassendes Energiemanagement.
Was, passend für den kommenden Gig am Wochenende Folgendes bedeutet (der Auftritt mit der Band findet nicht in Mainz, oder der Umgebung statt, sondern in Erlangen):  voll durchgeplantes Energiemanagement schon mindestens 2 Wochen im  Voraus.

Klingt bis dahin ok?

Nein, sehr wenig ist „ok“: abgesehen davon, dass mein Mann bangen muss, wie es mir geht und sich sicher mehr Gedanken macht, als ich denke, bereite ich mich also seit rund 2 Wochen theoretisch auf diesen Ausflug vor:

theoretisch, weil ich es geplant und organisiert habe, aber es bleibt bei „theoretisch“, da mir die Wirklichkeit einen Strich durch die Rechnung macht.

Fangen wir vorne an: theoretisch plane ich, 2 Wochen vor dem Ereignis, so wenig wie möglich Termine zu haben (Energiemanagement zum Ersten), viel zu ruhen und mich doch zu bewegen (Ausgleich zum Zweiten) und somit Kraftreserven für das kommende Wochenende zu schöpfen.

In der Praxis sah es anders aus: ich plage mich seit ca. einer guten Woche mit zum Teil sehr heftigen Migräne-Anfällen (und diese kommen nicht, falls das Jemand meint, vom Vorbereiten oder dem Druck des Vorbereitens: nein, über dieses Stadium bin ich schon längst hinaus: es sind die Migräneanfälle, die ich immer mal habe und die meiner Meinung zu einem Großteil mit der MS, oder den Nebenwirkungen meiner Spritzen zu tun haben). Somit habe ich sehr starke Schmerzmedikamente nehmen müssen, die mir nicht gut bekommen sind und meinen Körper zusätzlich belastet haben. Immerhin habe ich viel gelegen und geruht 😉 Aber von „ausgeruht“ kann keine rede sein 😉

Dann hatte die Rentenversicherung den Einfall, mich/meine Akte doch mal wieder bemerken zu wollen und im laufenden Widerspruchsverfahren ein erneutes Gutachten meines Neurologen zu brauchen, das NATÜRLICH  innerhalb von 5 Tagen zum Neurologen und wieder zur RV geschickt sein muss. Also ein „bisschen“ Hektik in meinem ruhig geplanten Alltag, ein Arztbesuch, um neue Migränemedikamente zu bekommen und und und…. (Erschöpfung zum Dritten)!
Nun steht als der große Gig fast vor der Tür: noch „2x schlafen“, dann fahren wir los. Eine Autofahrt von mindestens 3 Stunden und die Hoffnung, dass ich sie gut schaffe: kein Bein taub wird, keine neuralgischen Schmerzen auftreten, keine Kribbelparesen und vor allem bitte bitte keine Migräne und keine Fatigue !!! Und bitte keinen Stau, denn das kann schlecht ausgehen (= Stress und noch längeres Sitzen usw.)

So, dort angekommen werden wir direkt erst einmal zum Bühnenbereich fahren und die anderen Bandmitglieder treffen, aber dann kommt schon mein erstes Ausklinken: nicht, weil ich es so möchte. Nein, ich habe keine Wahl: ich MUSS mich zurückziehen, ausruhen und alle Reizüberflutung abschalten, um für den abendlichen Auftritt einigermaßen fit zu sein. Ich werde an diesem Tag (an dem ich ja abends noch spritzen muss) die Höchstdosis meines Anti-Fatigue-Mittels nehmen, evtl. noch eine Aspirin, die mich etwas aufputscht; mehrere gut ausgewählte Nahrungsergänzungsmittel und ein homöopathisches Mittel, um „fit“ zu bleiben. Für die Nacht, das weiß ich schon jetzt, werde ich eine Schlaftablette nehmen müssen … meine überreizten Nerven kommen sonst nicht zur Ruhe. Dies alles neben den sowieso üblichen Medikamenten, die ich täglich nehme. Alkohol verbietet sich an diesem Abend von selbst.
Wenn ich viel Glück habe, bin ich gut ausgeruht und kann zu einem für mich passenden Zeitpunkt zur Bühne gehen („gehen“, wenn mich mein Bein, das unter Stress hinkt, in Ruhe lässt) und dabei sein. Für Sitzmöglichkeit sei gesorgt, sagt man uns (das Hotel liegt auch extra nah) und ansonsten wird mir wohl ein Klapphocker zur Verfügung stehen und mit meinen Gehstock im Gepäck marschiere ich also auf.

WIE werde ich den Abend verkraften?

Es ist mir für einen Moment , einen Abend lang, egal: ich werde versuchen, alles, was möglich ist zu genießen. Die Musik, die anwesenden Freunde und die Atmosphäre des Festes. Ich weiß (das bilde ich mir ein), dass ich zumindest einen Teil des Abends gut schaffe, das ist mein unerschütterlicher Optimismus. Ich nehme immerhin an einem Event teil, auf das ich mich FREUE 🙂

Wie es mir in den Tagen danach, am nächsten Tag schon gehen wird, das steht in den Sternen. Mit viel Glück brauche ich NUR ein paar Tage zur „Erholung“, mit Pech ein bis drei Wochen. 

Ist es das WERT? 

JA, ist es!

Also ziehe ich auf in den „Kampf“, hoffe auf Toiletten in der Nähe, oder zumindest, dass ich gut zum Hotel durchkomme; hoffe darauf, dass ich wirklich den ganzen Abend über sitzen kann und hoffe, dass mich weder Schmerzen, noch FATIGUE überkommen und ich feiern kann.

Für alle Zweifler: würde ich mich nicht vorbereiten, das habe ich auch schon ausprobiert, dann würde ich weder die Reise, noch den anschließenden Auftritt, geschweige denn die Heimfahrt „gut“ überstehen. Mir haben solch ungeplante  Ausflüge schon eine wochenlange Fatigue eingebracht …

Also drückt mir die Daumen für meinen Ausflug !

Aber Ihr kennt mich: ich gebe nicht auf! Weder höre ich auf zu kämpfen, noch verliere ich die Hoffnung auf einen schönen Abend und schon gar nicht lasse ich mir durch die MS und ihre Begleitumstände die Lebensfreude nehmen 🙂

Habt ALLE ein tolles, schmerzfreies und möglichst symptomarmes langes WE, passt auf Euch auf !!!
© Heike Führ/MULTIPLE ARTS.com

MS-untaugliche Sprüche Teil 11

Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man daran zieht.“
-aus Afrika-

 

Doch doch doch!!!!!

Doch wächst es schneller, wenn man daran zieht. Oder nicht?

Vielleicht lande ich hierbei automatisch wieder bei meinem „Lieblingsthema GEDULD“´…

Wenn ich das Gras wachsen lasse, brauche ich Geduld. Diese habe ich leider nicht in größeren Mengen vorrätig.

Andererseits habe ich noch nie am Gras gezogen, um es schneller wachsen zu lassen 😉 Aber dies ist nun auch ein sehr plastisches Überlegen.

 

Übersetzt bedeutet das Zitat ja, dass man sich in Geduld üben sollte und nicht am entstandenen Problem ziehen und zerren soll, da es dadurch auch nicht schneller funktioniert oder sich auflöst.
So weit, so gut.
Nun kommen wir aber zur MS: nicht, dass ich an der MS ziehe: um Himmels Willen NEIN! Ich lasse sie am liebsten in Ruhe. Immer verbunden mit der Hoffnung, sie möge sich nicht an mich erinnern.

Aber ich kann es nicht lassen, mich zu informieren, immer mal irgend etwas Neues auszuprobieren oder zu testen (neue Nahrungsergänzungsmittel, oder einen Heiler ) und deshalb meine ich schon, dass ich irgendwie am Gras ziehe 🙂
Ich habe immer die Hoffnung, dass durch mein (ungeduldiges) Zutun, irgend etwas Sensationelles passiert. Ein Hoffnungsschimmer auf Heilung, oder Linderung? 

Vernunft ist auch nicht immer des Rätsels Lösung. Also wisst Ihr was? Ich ziehe weiter sinnbildlich am Gras und hoffe auf ein Wunder – aber nicht, dass mich jemand im Garten sucht 😉

Hallo MS!