Archiv für den Tag: 10. November 2015

*Inspiration – mehr als nur ein Wort Freunde und Trennungen

 

Z - *Inspiration – mehr als nur ein Wort Freunde und Trennungen

Chronisch Kranke berichten so oft, dass sie wenig verständnisvolle Freunde oder Familienangehörige haben und sie das sehr belastet.

Ich selbst bin ebenfalls schon durch tiefe Täler von Unverständnis gewandert und musste damals hilflos mit anschauen, wie sich langjährige Freundschaften auflösten, weil man mir meine MS-Symptome kaum ansieht und anmerkt, vor allem sieht man mir die schreckliche Fatigue nicht an.
Als ich damals plötzlich mit ihr konfrontiert wurde und das in aller Heftigkeit, hat sich mein Leben von jetzt auf gleich VERÄNDERT!
Drastisch verändert!

Ich konnte nicht mehr ungetrübt für Partys zusagen, geschweige denn bis 4 Uhr morgens dort bleiben, musste einige Verabredungen canceln und war einfach nicht mehr die „Alte“!
Das hat manche Freunde verunsichert, manche aber ignorant werden lassen. Die Verunsicherten haben nachgefragt, mit ihnen konnte ich in einen Dialog treten. Mit den Ignoranten verhielt es sich anders: ihnen habe ich immer wieder versucht – erfolglos- zu erklären, wie es mir geht, was Fatigue ist usw.!

Bis ich aufgegeben habe und mich von diesen Freunden getrennt habe, wenn sie mich nicht schon längst haben „fallen lassen“! Ein schmerzhafter Prozess, der aber Jahre später seinen Sinn ergibt.

Heute trenne ich mich viel schneller von Menschen, die mir meine Energie RAUBEN, die mir nicht gut tun, oder mich schlicht und ergreifend langweilen. Das hat oft mehr mit MIR zu tun, mit meiner Entwicklung, als mit deren Entwicklung. Wir passen einfach nicht mehr zusammen.

Das passiert Gesunden gleichermaßen.

In einem sehr inspirierenden Telefonat mit einer lieben Freundin haben wir überlegt, warum uns manche Menschen „langweilen“, oder noch schlimmer, gar Energie rauben, und sind zu dem Schluss gekommen, dass uns bei diesen Leuten die Inspiration fehlt.

Was ist Inspiration aber? Laut Wikipedia.de ist Inspiration eine Eingebung, ein unerwarteter Einfall oder einen Ausgangspunkt für z.B. künstlerische Kreativität

Lateinisch bedeutet Inspiration: inspiratio ‚Beseelung‘, ‚Einhauchen‘, aus in ‚hinein‘ und spirare ‚hauchen‘, ‚atmen‘; vgl. spiritus ‚Atem`.

Im Sinne von „Leben einhauchen“ verstehe ich inspirierende Freundschaften.

Mich zum hundertsten Mal über „gemachte Betten und den Haushalt an sich“, oder über die Sonderangebote im Discounter zu unterhalten, beseelt mich einfach nicht, haucht mir kein Leben ein.

Dafür kann die andere Person nichts, aber MIR tut dieser Austausch dann nicht gut und ICH allein muss meine Konsequenzen ziehen, um mir mit der nötigen Achtsamkeit zu begegnen und mein ohnehin nicht einfaches Leben nicht noch zu verkomplizieren.

Wenn mich also jemand inspiriert, mir Neues aufzeigt, mich mit Ideen versorgt und mir einfach GUT tut, dann merke ich, dass ich mich wohl fühle und mich vor allem weiter entwickeln kann.

Ich möchte nicht stehen bleiben.
Ich bin mehr als meine MS – ich möchte leben, möchte die Chance auf Neues wahrnehmen und lebendig leben können.
Dafür brauche ich Menschen, die mich inspirieren, mir Impulse geben und mich nicht klein halten. Daraus schöpfe ich dann auch die für mich so notwendige Energie.

Ich möchte jeden Leser ermutigen, sich darüber Gedanken zu machen und auch einmal den Mut zu haben, sich von „falschen Freunden“ evtl. „zu trennen“, mit Achtung sich selbst und dem Anderen gegenüber, aber immer aus Respekt vor UNS SELBST!
Wir brauchen so viel Kraft für unsere MS, so viel Kraft für ein „normales“ Leben und können es uns einfach nicht leisten, von Energie beraubt zu werden und hohl und ausgesaugt zurückgelassen zu werden.

So eine Trennung kann ein leises Zurückziehen sein, es muss nicht mit einem Knall beendet werden und es fängt da an, wo uns bewusst wird, was uns gut tut, und was NICHT!

Hallo Inspiration; Hallo MS und Hallo energetisches Leben – ich komme! ©2015 Heike Führ/multiple-arts.com

*UHTHOFF im November!

Es hat etwas gedauert, bis mir klar wurde, was mich so runterzieht, erdrückt und völlig außer Gefecht setzt.

Herr Uhthoff, der eigentlich seinen Winterschlaf halten sollte, ist aus seinem dunklen Bau gekrochen, um mir seine hässliche Fratze zu zeigen. Dieser wirklich äußerst ungebetene Gast gibt aber auch so gar keine Ruhe!!!

Gut, für November haben wir warme – sehr warme- Temperaturen. Hier im Rheinland sind es in den letzten Tagen bis zu 19C warm gewesen und das teilweise ohne Sonne!

Nun könnte man meinen, dass dies doch nicht so schlimm sei.

 

ABER: beim Gassi gehen wurde mir „heiß“, ich habe geschwitzt und mir wurde es unwohl….

Zuhause angekommen, musste ich mich mit schweren Beinen und völlig KO hinlegen.

 

Tag 2 das Gleiche….

UND: es wurde nicht besser – die MS hat sich mit all ihren seltsamen Kapriolen gezeigt und mich tagelang mit ihnen beglückt.

DANN kam es mir: Herr Uhthoff ist zu Besuch. Ungefragt wie immer und das auch noch zu einer Jahreszeit, in der man ihn nicht vermuten würde.

Aber: diese Temperaturschwankungen, diese unangenehme schwüle Wärme, das Schwitzen und unwohle Gefühl: es ist eindeutig! Er hat sich mal wieder mit Blei an meine Gliedmaßen gehängt, er beschert mir Übelkeit und Kopfschmerzen, taube Gliedmaßen noch dazu und eine Fatigue-ähnliche Abgeschlagenheit, die den ganzen Körper erfasst! Jawohl!

Uhthoff im November, dem Wetter sei Dank und ich könnte kotzen!

Hallo MS; Hallo Uhthoff und Hallo „Ich will endlich Normalität!“ ©2015 Heike Führ/multiple-arts.com