Archiv für den Monat: August 2016

*Zauber-Apfel und wehmütige Erinnerungen

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Zauber-Apfel und wehmütige Erinnerungen

Kennt Ihr das?

Ein Wort – tausend Emotionen?

So ging es mir, als mir meine Tochter eine WhatsApp schrieb und scheinbar selbst mit Freundinnen gerade in Erinnerungen schwelgte. 🙂

Der Zauber-Apfel – ein Produkt ihrer Kindheit und somit ein Produkt meiner Zeit mit meinen 2 damals noch kleinen Kindern. 🙂

Ich habe ihnen den Apfel, damit sie überhaupt einen Apfel essen, immer als Zauber-Apfel zugeschnitten. Mit Hokuspokus ging es plötzlich! 😉

So hatten wir auch „Kaugummi-Tee“ = Pfefferminztee. 🙂

Für mich war es eine schöne Erinnerung, denn diese Zeit war damals noch recht unbeschwert – ich wusste noch nichts von meiner MS, die Kids waren in einem absolut süßen Alter und man konnte sie noch mit solch kleinen Tricks herumkriegen 🙂

Solch eine Zeit wünsche ich mir manchmal zurück – voller Energie, erfüllt vom Leben als junge Mama und irgendwie hatte ich damals mit rund 30 auch das Leben noch vor mir.

Mit 32 änderte sich dann einiges schlagartig, denn ich war plötzlich auf dem linken Auge blind und es war nach außen gelähmt…. Sehen wurde schwierig, Laufen auch, da der Gleichgewichtssinn ebenfalls betroffen war und somit geriet mein beschauliches Leben aus der Balance…

Es pendelte sich wieder ein …. Wir schafften es und es gab wieder Zauber-Äpfel und Kaugummi-Tee…. Bis zum nächsten Schub… Und so „schiebe“ ich mich durchs Leben, manchmal traurig, weil es doch so viele Entbehrungen gibt und doch auch sehr glücklich, weil ich all das noch erleben durfte und das Leben auch niemals vorbei war. Es ist nun anders, aber es IST! Ich lebe, ich lebe „angepasst“ an meine Beeinträchtigungen, aber glücklich….

Ich glaube, ich schneide mir mal einen Zauber Apfel – dann ist die Welt für einen kleinen Moment wieder „heile“! J Hallo Welt; Hallo MS und Hallo Leben – ich komme! Es wird noch viele Zauber-Äpfel geben – daran glaube ich fest! 🙂 © 2016 Heike Führ/multiple-arts.com

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*FATIGUE-Hölle : ich war dort!

FATIGUE-Hölle : ich war dort!

Komatöser Zustand

Todmüde sein (einem Delirium gleich) – und nicht schlafen können!

Nicht fähig zu sein, irgendetwas anderes zu tun als liegen….

Einfach nur liegen….

Mit geschlossenen Augen aber OHNE Schlaf….

Jeder Muskel schmerzt, jede Bewegung ist hoch anstrengend…

FATIGUE – diese eine der 1000 bösen Fratzen der MS!

Ein Zustand, der sich nicht beschreiben lässt…

Ein Zustand zwischen halb wach, halb tot und halb Koma…

Eigentlich KEIN Zustand, sondern nur ein Drama!

Ein Drama nach einen zwar erfüllten Tag, aber mitten im MS-Sturm.

Ein Drama, die Hölle!

Ein typisches MS-Drama: F A T I G U E !

Unser Alltag! Hallo MS; Hallo Leben und Hallo WUT!

©2016 Heike Führ/multiple-arts.com

*It`s Partytime und mal wieder einfühlsame Bemerkungen ;)

Z - *It`s Partytime und mal wieder einfühlsame Bemerkungen ;)

Große Party einer Freundin – das heißt für mich: gute Planung, absolut sicheres Energiemanagement, mich komplett organisieren.

Am Tag vorher helfe ich bei der Deko des Saales und muss irgendwann abbrechen, weil meine Beine zu Gummi werden und mich die Fatigue überrollt. Aber kein Problem – meine Freundin „schickt“ mich ohne große Worte mitfühlend und verstehend nach Hause.

Ausruhen, früh ins Bett gehen ausschlafen und morgens nur eine kleine Gassi-Runde, wieder ausruhen und liegen.

Abends treffe ich Bekannte auf der Party, und sehe NATÜRLICH aus, wie das „blühende Leben“ und habe meine Medikamente intus, damit ich den Abend schaffe. Und die Frage, auf die ich unweigerlich schon gewartet habe, kam – sowie die eigene Antwort im gleichen Satz:

„Wie geht es Dir denn? Na, wenn Du heute hier auf der Party bist, muss es Dir ja gut gehen!!! Prima!“

Damit war der Smalltalk beendet und mal wieder konnte ich mich nur wundern, denn von dieser Frau, die eigentlich empathisch ist, hätte ich das nicht erwartet. Vielleicht möchten sie an einem solchen zauberhaften Abend einfach nichts hören, möchten selbst ihrer Welt entfliehen und Ruhe haben. Aber dann würde ich sicherlich eher gar nicht erst fragen. So hinterließ sie ein mir bekanntes Gefühl der „Ohnmacht“ zurück, von dem ich mich aber nicht beeinflussen ließ, sondern den Abend in „vollen Zügen“ genoss.

Aber es zeigte mir, dass wir einfach damit leben müssen, unsere nicht sichtbaren Symptome mit uns herumzuschleppen und dafür keinerlei Beachtung zu erfahren. Schon lange empfinde ich es nicht mehr als „Heldentum“, das ich es schaffe, sie überall mit hin zu nehmen, einen großen unsichtbaren Ballast – man gewöhnt sich an diesen Ballast genauso, wie auch an diese unsensiblen Aussagen. Hallo MS; Hallo Tanz der Emotionen und Hallo Leben – ich bin da, lasse mich nicht unterkriegen und genieße! ©2016 Heike Führ/ multiple-arts.com

*Behinderter Seelenhund

Z - *Behinderter Seelenhund

Behinderter Seelenhund

Mein Seelenhund Smiley humpelt von ein auf die andere Sekunde und hüpft wild herum – wie von der Tarantel gestochen… Er legt sich hin und schleckt sich die Pfote… Aufregung… Um es kurz zu machen: anschließender Tierarzt-Besuch, natürlich an einem Sonntag: nach sehr langer gründlicher Untersuchung und genauem Hinschauen wird vermutet, dass er von einer Biene gestochen wurde: auf die Pfote.

Behandlung neben Cortison-Spritze (ist in unserem Haushalt ja nichts Besonderes 😉 kennen wir ja 😉 ) und schmerzstillender Spritze sollen wir kühlen und danach eine Zugsalbe auf die Pfote und zwischen die „Zehen“ schmieren und mit einem Verband fixieren.

Gesagt, getan – Smiley lässt sich dies und die erhöhte Aufmerksamkeit gut gefallen und als er nach einem erschöpften Schlaf wieder aufsteht, bemerkt er den Verband mit einem Strumpf herum, schaut verwirrt und – läuft los. Ein kurzer Moment des Haderns… abartend…: “Was ist da los mit meinem linken Hinterbein?“, aber innerhalb von Sekunden hat er sich an die neue Situation gewöhnt, humpelt nun leicht, aber schleicht brav als „gestiefelter Kater“ durch den Garten.

Z - *Behinderter Seelenhund

Hunde können sich an solche Situationen besonders gut anpassen, es ist bewundernswert, wie sie solch eine Beeinträchtigung meistern. Diese leichte und sehr kurze Irritation und das bewusste Daraufeinstellen – ein Vorbild.

Beim Gassi Gehen musste ich schmunzeln: humpelten wir doch nun beide etwas wackelig über die Wiese, denn bei all der Aufregung kamen meine MS-Symptome natürlich wieder zum Vorschein. Aber ich durfte von meinem Seelenhund lernen: wertfrei Annehmen… einfach auf die neue Situation einstellen, nicht grübeln, nicht verzweifeln….

Danke Smiley, auch hier hast Du wieder einmal als Vorbild gedient und heute sind wir beide schon weniger humpelnd eine kleine Gassi-Runde gelaufen.

Anpassen, Annehmen, Wertfreiheit und sich in die neue Situation klaglos eingeben – das ist auch für uns Beeinträchtigte so ein lohnendes Ziel… Ich übe schon mal J Hallo MS; Hallo wackelnder Tanz durchs Leben und Hallo Anpassung! ©2016 Heike Führ/multiple-arts.com