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DMSG-Video zur Wirkung von Traditioneller Chinesischer Medizin bei Multipler Sklerose

  • 15.08.2013

 

Leben mit MS

Von Akupunktur, Diätetik bis Qi Gong: Wie kann Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) Multiple Sklerose-Erkrankten helfen? Diese Frage beantwortet Dr.Ulrich März im Interview mit der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG).

maerz vorschau - DMSG-Video zur Wirkung von Traditioneller Chinesischer Medizin bei Multipler SkleroseIm aktuellen DMSG-Video gibt Dr. Ulrich März, Allgemeinarzt mit Zusatzausbildungen in Akupunktur und Traditioneller Chinesischer Medizin aus Ulm, Auskunft über die fünf therapeutischen Säulen der fernöstlichen Heilkunst. Der ganzheitliche Ansatz der TCM basiert darauf, die Muster zwischen den Symptomen zu erkennen und kann als ergänzende Behandlungsoption helfen, MS-Beschwerden zu reduzieren und den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen. Beschwerden wie Fatique und Missempfindungen können so gelindert und das Allgemeinbefinden verbessert werden.

 

 

http://www.dmsg.de/multiple-sklerose-news/index.php?w3pid=news&kategorie=ausdembundesverband&anr=4859

Redaktion: DMSG Bundesverband e.V. – 15. August 2013

Der Schwerbehindertenausweis

Der Schwerbehindertenausweis

Teil 1 des Artikels – Ein Schwerbehindertenausweis dient dazu, sich gegenüber Arbeitgebern, Sozialleistungsträgern, Behörden und so weiter als schwerbehinderter Mensch ausweisen zu können. Auf den folgenden Seiten informieren wir Sie über den Schwerbehindertenausweis: Wozu braucht man einen? Bringt er Vorteile? Wer hat überhaupt Anspruch auf einen solchen Ausweis?

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© Doris Heinrichs – Fotolia.com

Wer erhält einen Schwerbehindertenausweis? Weiterlesen

*ANGST

 

Sie kriecht langsam, aber unaufhörlich; sie kommt wie ein Überfallkommando; sie bleibt, solange sie mag und eins ist sicher: sie kommt immer und immer wieder! Die ANGST!

Ich überlege während meines Krankheitsverlaufes, der gegen andere Verläufe vergleichsweise „harmlos“ ist (und ich ja auch keine häufige Schubfrequenz habe), was mich außer meiner wirklich ätzenden FATIGUE an meiner MS so sehr aufreibt und komme immer wieder zu dem Schluss: es ist die Angst! Angst vor neuen Schüben, Angst vor schleichender Verschlechterung (die bei mir schon eingesetzt hat; die sogenannte „progrediente MS“), Angst vor Kontrollverlust, Angst vor Hilflosigkeit, Angst vor Hilfsbedürftigkeit und noch so Vieles mehr. Angst, so kann man es zusammen fassen, nicht mehr das ohnehin schon stark abgespeckte Leben leben zu können, das ich gerade führe.

Laut „Wikipedia“ bedeutet Angst: „Angst ist ein Grundgefühl, welches sich in als bedrohlich empfundenen Situationen als Besorgnis und unlustbetonte Erregung äußert. Auslöser können dabei erwartete Bedrohungen etwa der körperlichen Unversehrtheit, der Selbstachtung oder des Selbstbildes sein.“

Oder sie wird als ein „beengender und bedrängender“ Zustand beschrieben.

Angst ist der Oberbegriff  für eine Vielzahl von Gefühlsregungen, deren Gemeinsamkeit auf einer Verunsicherung des Gefühlslebens beruht. Der Psychoanalytiker Fritz Riemann unterscheidet  verbundene „Grundängste“ des Menschen und beschreibt sie u.A. als die  „Angst vor Veränderung“, die „Angst vor der Endgültigkeit“.

Und somit hätten wir das Phänomen meiner Ängste auch geklärt. Meine Gefühlsregungen  und die daraus resultierenden Ängste vor Veränderung meines Lebens- u. Gesundheits-Zustandes und vor allem vor der Endgültigkeit jener Veränderung.
Wie oft bekomme ich gesagt: „ach, mach Dir doch keine Gedanken, ich kann auch morgen von einem Auto überfahren werden!“ Einmal abgesehen davon, wie unfeinfühlig mein Gegenüber in diesem Moment mit meinen ausgesprochenen Ängsten umgeht und wie wenig er sie respektiert: ja, das kann Jedem passieren, MIR auch. Aber mir noch zusätzlich! Zusätzlich zur MS und der daraus resultierenden ohnehin schon eingeschränkten Lebensweise. Aber vermutlich ist statistisch gesehen die Gefahr, dass ich durch mein nicht mehr stabiles Gehvermögen noch eher von einem Auto erfasst werde, noch höher –  nur mal so nebenbei bemerkt …

Der Verlust von Gesundheit ist in unserer Gesellschaft ein ernst zu nehmendes Handicap, weil man einfach nicht mehr so leistungsfähig ist, wie ein vergleichbar Gesunder. Das kann Abhandenkommen von Jobs bedeuten, Verlust von Verantwortung uvm.! Damit haben alle Behinderten zu kämpfen, zumindest viele. Aber an einer Krankheit wie MS zu leiden, die zwar nicht tödlich verläuft, aber doch zur Zeit noch UNHEILBAR ist und sich stündlich verschlechtern kann, eine Krankheit, bei der man nicht weiß, ob man am kommenden Morgen noch im gleichen körperlichen Zustand aufwacht, in dem man eingeschlafen ist; eine Krankheit, bei der man am Morgen nicht weiß, ob man bis abends noch diesen Zustand halten konnte… Solch eine Krankheit zehrt an den Nerven (im wahrsten Sinn des Wortes) und das macht ANGST: schlicht und ergreifend Angst.

In meinem Fall ist es so, dass ich die Angst gut im Griff habe und sie keine Priorität einnimmt. Das ist sicher Teil meiner Lebenshaltung, aber auch Glück, dass ich einfach ein  unverbesserlicher Optimist bin. Aber es gibt Tage, da überfällt sie mich scheinbar „grundlos“, ohne konkreten Auslöser.

Oder es gibt Tage wie heute, da ich seit gestern Abend einen solch heftigen Schwindel habe und mich innerhalb einer Stunde mein Kreislauf 2 x verlassen hat und ich mich auf dem Boden liegend wieder fand, dass die Angst konkret ist und wird. Sie kriecht durch meinen Körper, sucht sich den besten Platz zum Einnisten aus, ist wählerisch und sucht weiter und quält mich dabei so unendlich.

Da ich auch ein Verstandesmensch bin, habe ich sämtliche neurologischen Diagnostik-Übungen gemacht („Finger auf die Nase, Finger beider Hände zusammenführen“ usw.). Dies scheint ok zu sein, aber bei meinem letzten Schub schien es dies auch… Meldet sich also ein neuer Schub an, oder habe ich einfach „nur“ schwere Kreislaufprobleme? Was hat all das mit der MS zu tun und und und….? Ganz plötzlich stecke ich wieder mitten drin in der Angst.

Ich habe gelernt abzuwarten, keine Panik zu bekommen – mir Ruhe zu gönnen und mich in Geduld zu üben. Ich nehme meine Angst an, ich kann sie verstandesmäßig „begründen“, ich kann mich auch kurzfristig mal in meiner Angst verkriechen und male mir dann all die Horror-Szenarien aus: „morgen sitze ich im Rollstuhl, kann nicht mehr sehen und meinen Körper nicht mehr aufrecht halten, noch dazu eine heftige Inkontinenz, das Sprechen wird nicht mehr funktionieren“ usw.!

Das nenne ich dann „meine Konfrontation mit der Angst“: Ich schaue ihr ins Gesicht, ganz direkt, stelle mich ihr und dann kommt der nächste Schritt: ich überwinde sie. Ich rufe mich „zur Vernunft“, versuche, wieder die Kontrolle über mich zu gelangen und mache das, was mich meine MS gelehrt hat: mich in Geduld üben, abwarten, bis „es“ hoffentlich vorbei ist.

Wenn ein konkretes Symptom, wie der Schwindel, Auslöser meiner Angst ist, kann das Abwarten dauern…. Nämlich so lange, bis ich mir sicher sein kann, dass es „nur“ eines der vielen MS-Symptome war, aber kein Schub. Wenn es weniger konkret ist, dann kann ich die Angst schneller überwinden, zumal ich mich dann auch ablenken KANN, in der Lage dazu bin, mich abzulenken….
Ja, so ist das mit der Angst und ich kenne Krebspatienten, die natürlich mit einer noch konkreteren Angst vor der Endgültigkeit ihres Lebens leben. Keiner von uns ist zu beneiden und niemand sollte so etwas eigentlich erleben müssen. Es ist „Menschen-unwürdig“ und kann zerstörend sein. Ich bewundere Jeden, der immer wieder, wie Phönix aus der Asche „aufsteht“ … gebeutelt, mitgenommen, geprägt und doch voller Mut … Diese Leistung, die viele Kranken jeden Tag, jede Minute vollbringen, ist manchmal fast übermenschlich…. Aber wir schaffen es, denn wir sind die MS-KRIEGER! ©Heike Führ/ www.multiple-arts.com

*1000 Gesichter der MS

Unsere MS!

Sie lässt uns niemals in Ruhe und beschert uns immer und immer wieder neue Erkenntnisse. Es ist ja nicht so, dass wir MS`ler nicht fast alles über unsere MS wüssten. Wir sind ja schließlich informiert. Und wir wissen auch, dass es ständig Neues geben kann: neue Beeinträchtigungen und damit wieder ein neues Darauf Einstellen!

MS, die Krankheit mit den tausend Gesichtern.

Meine Freundin P. schrieb mir neulich in einer Email, dass die MS sehr hinterlistig sei und dass 1000 Bücher nicht ausreichen würden, um die 1000 Gesichter zu beschreiben. Nein, nicht Gesichter, schrieb sie, sondern: Fratzen! Ja, Fratzen! Gesichter haben ja in der Regel (Ausnahmen gibt es natürlich …) etwas Positives an sich. Man kann in Gesichtern lesen, Emotionen erkennen und vieles mehr. Fratzen sind Fratzen: sie sind unkenntlich und böse, ähnlich wie eine Grimasse: ein verzerrtes, verunstaltetes oder als hässlich und möglicherweise furchteinflößend empfundenes Gesicht. Deshalb fand ich diesen Ausdruck so herrlich passend: ein tolles Pendant zur MS!

Also formulieren wir um: MS, die Krankheit mit den 1000 Fratzen.

Im besten Fall entsteht in einem Gesicht ja ein Gesamteindruck aus einzelnen mimischen Facetten und wird man kann auf Grund der Mimik einen Eindruck vom Befinden des Gegenübers erhalten und somit in eine Kommunikation treten können.

Die Fratze erlaubt das nicht, denn sie ist ja bewusst zur Unkenntlichkeit und vor allem Uneinsichtigkeit aufgelaufen. Das passt wirklich zur MS: sie überrascht uns immer wieder mit ihrer Uneinsicht, mit ihrer Boshaftigkeit und verzerrt leider unser Weltbild, was dann ebenfalls zur Fratze werden könnte. Aber das lassen wir nicht zu.

1000 Fratzen, denen wir uns womöglich täglich stellen müssen. Manchmal bieten sie wirklich keinen schönen Anblick und ganz oft ängstigen sie uns auch. Wer möchte schon täglich, oder immerhin alle paar Tage, einer neuen andersartigen Fratze begegnen?

Und noch dazu kommt, dass diese Fratzen tatsächlich bei jedem MS-Patient anders ausfallen. Man kann sich nicht an eine Fratze gewöhnen, sie irgendwann mit zum Alltag gehören lassen. Nein, man muss darauf gefasst sein, dass es scheinbar irgendwo einen unbehelligten und vor allem unglaublich großen Fundus an Fratzen gibt. Es gibt sie nicht, die typische MS-Fratze.

Ich habe die Fratzen sogar im Verdacht, dass sie sich in einem Verbund zusammengeschlossen haben und es sich zur Aufgabe gemacht haben, sich selbst immer neu zu organisieren. Vielleicht sind sie ein besonderes Völkchen, die Spaß am Erschrecken haben; die gerne Angst einjagen. Ja, wahrscheinlich ist es so. Anders kann man es sich nicht erklären, dass wir immer wieder von ihnen heimgesucht, angefallen und verängstigt werden.

Ja, P. hat recht: zudem sind sie noch hinterlistig! Sie haben ihren großen Auftritt, wann immer sie wollen und fragen nicht, ob es uns „gerade passt“! Sie kommen auch oft mit befreundeten Fratzen einher. Sie scheinen viele Freunde zu haben und sind sehr kreativ!

Ach, hallo MS.

Hallo 1000 Fratzen! EINE Fratze würde mir reichen: damit hätte ich schon genug zu tun!

Aber meine liebe Fratze, irgendwann wirst Du erschrecken, nämlich dann, wenn ich eine Maske trage und zur Fratze auflaufe! Nimm Dich in Acht! Wir MS`ler sind kämpfen gewohnt!©Heike Führ/www.multiple-arts.com

was machst du heute nichts 225x300 -

Dazu passt ein Zitat von   -unbekannt-

Der Nachteil am Nichtstun ist, dass man nie weiß, wann man fertig ist.“

 

Herrlich! Ich liebe das süße Nichtstun und ich kann es zelebrieren.

Ja, darin bin ich Meister 🙂

Sicherlich muss ich es mit Humor tragen, dass ich teilweise zum Nichtstun gezwungen werde. Nein, niemand „in persona“ zwingt mich dazu, aber meine MS übernimmt leider diese Aufgabe!

Ich kenne das süße Nichtstun noch von früher, als meine beiden Kinder klein waren. Es war wundervoll, wenn eine der beiden Großmütter sie beide zusammen für einen Nachmittag, oder ganzen Tag, eingesammelt hat. Am Anfang, das gebe ich zu, war es fremd und komisch, so plötzlich alleine zu sein, keine wirklich momentane Aufgabe zu haben. Aber ich habe mich ganz schnell daran gewöhnt und die Vorteile aus diesen Arrangements gezogen: die Kinder waren super glücklich über einen Oma-Tag, die Omas ebenso und ich hatte Zeit. Zeit für mich. Erst habe ich mich ertappt, dass ich das ganze Haus geputzt, Wäsche gebügelt und sonstiges erledigt  habe. Aber dann, ja dann kam die Einsicht: nichts tun! Einen Cappuccino trinken und nichts tun. In der Sonne liegen (damals ging das noch), oder auch im Winter mit einem leckeren Tee auf der Couch lümmeln, gemütlich, nur ich und die Zeit … Ein Hochgenuss.

Das waren früher seltene, sehr kostbare Momente.

Heute sind meine Kinder aus dem Haus, aber meine MS hat verstärkt Einzug gehalten.

Aber das Nichtstun habe ich nicht  verlernt. Früher war es ein Geschenk, heute ist es teilweise ein „MUSS“, weil es Zeiten gibt, wo „einfach nichts mehr geht“: wo Hinlegen Pflicht ist und Ausruhen angesagt ist.

Nicht immer kann ich diese Augenblicke als Präsent betrachten, da sie meist ungefragt und aufdringlich kommen. Wenn ich aber meine Wut und Verzweiflung über die Zwangspause verarbeitet habe, dann, ja dann genieße ich sie: die Süße des Nichtstuns 🙂 In vollem Umfang, in aller Breite und Tiefe. Und wenn ich mich so richtig in diesem Gefühl auslebe, weiß ich ehrlich nicht, wann ich fertig sein werde mit dem Nichtstun;-)

Es ist so schön, nichts zu tun …. Man kann sich daran gewöhnen …

Mal sehen, gestern habe ich es nicht geschafft zu Ende zu kommen 😉

©Heike Führ/www.multiple-arts.com

*ANGEHÖRIGE

2012

Ich bin der festen Überzeugung, dass zu wenig und zu selten an die direkten Angehörigen, Freunde und Verwandten der Betroffenen gedacht wird.

Im dem Sinne, dass man sie mal fragt, wie es ihnen geht: im Allgemeinen und in Bezug auf die Krankheit ihres Angehörigen.

Nehmen wir den Partner in einer Erwachsenenbeziehung: wenn er sich dafür entscheidet, bei dem Kranken, Behinderten mit all seinen Beeinträchtigungen  zu bleiben, dann ist auch sein Leben maßgeblich von den Umständen der Behinderung seiner PartnerIn betroffen. Nicht nur ein bisschen: nein, fast völlig!

Er hat seinen eigenen Beruf, das ist das „fast“, denn selbst während der Ausübung seiner Tätigkeit wird er sich Gedanken um dem Partner machen. Vielleicht kann er auch nicht selbstverständlich morgens aufstehen, da er dem Partner behilflich sein muss. Vielleicht hat er, bis er zu seiner Arbeit erscheint, schon seinen persönlichen Hilfs-Marathon laufen müssen und ist selbst schon erschöpft.

Und dann: nach Hause kommen: einkaufen? Praktische Hilfe? Haushalt? Kinder?

Definitiv anders als bei gesunden Partnern!

Wie schafft er die Doppel – und Dreifachbelastung? Körperlich, seelisch???

Wer hilft ihm?

Wer sieht es überhaupt und nimmt es wahr???

Oder die Mutter eines Betroffenen: meine Mutter fragte sich bei meiner Diagnosestellung: „warum meine Tochter?“ Und: „ich habe sie doch ein Jahr lang gestillt, hat das nicht geholfen?!“ (als Allheilmittel!)

Meine Mama ist heute 73 Jahre alt und sie kümmert sich mehr um mich, als umgekehrt. Bei uns hat bis jetzt der normale Rhythmus  des „Kinder helfen den Eltern“,  noch nie statt gefunden. Und wird er jemals stattfinden können? Das ist auch ein Aspekt: was passiert, wenn meine Mutter Hilfe braucht und ich sie ihr nicht in dem Ausmaß geben kann, wie sie sie bräuchte?

Und: wie fühlt eine Mutter, wenn ihr Kind unheilbar krank ist?

Ich bin selbst Mutter: ich würde meinen Kindern lieber solch eine Krankheit abnehmen, als sie ihnen zu „lassen“. Wenn ich könnte …

Ich würde mitleiden, ich würde trauern und unglaubliche Angst um sie haben.

Es tut mir so leid für meine Mutti: keiner kann etwas für diese Krankheit; sie ist einfach da! Aber ich bin als Tochter dankbar, dass sie mir die „Werkzeuge“ mit auf den Weg gab, die mir nun bei der Krankheitsbewältigung helfen. Das ist doch schon „die halbe Miete“!

Danke Mutti 🙂

Meine Kinder: ich bin selbst „Kind“  und weiß, wie man mit der Mutter mitleidet und Angst um sie hat, wenn sie einmal krank ist. Nur, ich bin nicht „mal“ krank: ich bin unheilbar krank mit ungewissem Ausgang. Das muss für meine Kinder schlimm sein. Ich hoffe nur, dass ich ihnen auch „Werkzeuge“ mitgegeben habe, um mit diesem Schicksal zurecht zu kommen und bin so dankbar, dass ich 2 gesunde tolle Kinder vor der Diagnosestellung zur Welt gebracht habe.

Mein Bruder mit Familie, meine echten Freunde: auf sie trifft das alles auch irgendwie zu. All Diejenigen, die mit mir in enger Verbindung stehen, leben auch ein Stück meine MS mit mir. Es ist ihr Schicksal, ebenso, wie meines.

Ich wünsche mir für alle meine Lieben, dass sie Jemanden ganz nah haben, der sie fragt: „Wie geht es Dir damit?“, der sie ernst nimmt in ihren Sorgen, der ihnen zuhört und keine „guten Ratschläge“ gibt; Jemanden, der einfach da ist!
Und vor allem sage ich hiermit DANKE an genau all diese Lieben: an meinen wundervollen Mann, meine Kinder, meine Mama, meinen Bruder und meine ebenfalls wundervollen guten Freunde, die mir alle auf ihre Weise  zur Seite stehen 🙂 Ohne Euch würde mein Leben bedeutend anders und trauriger aussehen … IHR macht es lebenswert !!!

©Heike Führ/www.multiple-arts.com

*Morgenstund´

Die erste Morgenstunde ist das Steuerruder des Tages.

-Augustinus-

 

Sehen wir es Augustinus nach, dass es zu seiner Zeit noch keine bekannte MS gab. Und vor allem nicht das Phänomen der Fatigue.

Die erste Morgenstunde ist für einen Fatigue`ler der blanke Horror.

Nach einer meist nicht wirklich gut verbrachten Nacht, oder zumindest nicht sehr erholsamen Nacht, ist Aufstehen etwa so, als wenn ein Gesunder eine schwere Grippe mit hohem Fieber, Gliederschmerzen und Erschöpfung hat und dann aufstehen und sich zur Arbeit fertig machen soll. Jeder, der einmal eine schwere Grippe hatte, kann sich vielleicht noch daran erinnern, dass AUFSTEHEN in diesem Zustand nahezu unmöglich ist. Im Gegenteil: man bleibt gleich liegen, meldet sich auf der Arbeitsstelle krank und lässt sich nach Möglichkeit bedienen und verwöhnen. Irgendwann klingt die Grippe Dank guter Medikamente, viel Ruhe und Schlaf wieder ab und man wird wieder gesund und so leistungsfähig wie vorher.

Bei Fatigue ist das leider anders: dieser grippeähnliche Zustand ist unser NORMALZUSTAND, jeden Tag, jeden Morgen fühlen wir uns so. Und wir MÜSSEN aufstehen, da wir unser Leben ja nicht im Bett verbringen möchten … Nun stelle man sich die Kraft vor, die wir benötigen, um aufzustehen!!! Immer die schwere ans Bett fesselnde Grippe im Hinterkopf…
WIR stehen auf!

Wir müssen uns zwar manchmal nach dem Duschen gleich wieder hinlegen, ausruhen und einen neuen Anlauf wagen, um uns Frühstück zuzubereiten, ABER wir stehen auf. Mit Grippe sozusagen.

Viele Fatigue`ler gehen noch arbeiten, oder müssen noch arbeiten gehen. Also stelle man sich vor, „man“ würde mit schwerer Grippe arbeiten gehen müssen und sich nicht hinlegen, ausruhen und vor allem nicht genesen können.

DAS ist FATIGUE-Alltag und wir meistern ihn mit dem Wissen, NIEMALS davon genesen zu können. Uns begleitet diese spezielle Grippe ein Leben lang (wenn keine Heilung gefunden wird) und wir spüren sie  ja auch nicht nur morgens. Sie begleitet uns den gesamten Tag, sie behindert uns den ganzen Tag und lässt uns einfach nicht in Ruhe. Manchmal kommt sie ja noch dazu anfallartig über uns hereingerollt …
Ja, und auf das Zitat von Augustinus zurück zu kommen: Morgenstunde ist im MS-Fatigue-Fall keineswegs ein Steuerrad, sondern eine immerwährende Hoffnung auf einen guten MS-Tag. Denn selbst, wenn sich die Morgenstunde als gnädig erweist, kann es eine halbe Stunde später schon wieder anders aussehen. Die MS ist unberechenbar und lauert …  Sie lauert auf eine noch so kleine Chance, sich bemerkbar machen zu können …
Und dennoch stehen wir auf, kämpfen und sehen dem Tag mit einem Lächeln entgegen. Denn wir sind stark und geben die Hoffnung auf einen Tag, der vielleicht auch einmal „glatt“ verläuft, niemals auf ..!

©Heike Führ/www.multiple-arts.com