Infektionen und Multiple Sklerose

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Infektionen und Multiple Sklerose

01.07.2014 – Einige Viren und Bakterien könnten Mitverursacher der MS sein. Die britische MS-Gesellschaft mit einem Überblick zum aktuellen Stand.

Ursachen der Multiple Sklerose

Immer mehr Genvarianten werden gefunden, die bei ihren Trägern die Anfälligkeit für eine MS erhöhen. MS ist jedoch keine Erbkrankheit (sonst müsste der genetische Faktor mehr Gewicht haben). Es braucht also weitere Faktoren, damit sich im einzelnen Menschen eine Multiple Sklerose entwickelt. Neben den genetischen spricht man von Umweltfaktoren. Vitamin D bzw. das Sonnenlicht spielen offensichtlich auch eine Rolle. Und daneben vermuten Forscher verschiedene Viren und Bakterien als MS-Auslöser.

Die Rolle von Infektionen bei der Entstehung der Multiplen Sklerose ist noch nicht bewiesen. Einige Viren und Bakterien stehen unter engerem Verdacht – hier eine Zusammenfassung:

Verwirrte Immunzellen

Multiple Sklerose (MS) ist eine Autoimmunerkrankung. Körpereigene Zellen greifen “aus Versehen” die Myelinschicht um Nervenbahnen herum an. In der Theorie geht man davon aus, dass eine starke Immunantwort der Auslöser für diesen fehlgeleiteten Selbstangriff sein könnte. Bisher haben die Forscher jedoch unter den Infektverursachern noch keinen eindeutigen MS-Auslöser nachweisen können. Die Forscher müssen nachweisen, dass

  1. der Auslöser vor dem Ausbruch der Multiplen Sklerose im Körper ist bzw. war
  2. tatsächlich die MS verursacht und nicht nur parallel dazu abläuft

Wenngleich bisher noch kein viraler oder bakterieller MS-Auslöser gefunden wurde, stehen doch einige in der engeren Wahl, mit zum Ausbruch einer Multiplen Sklerose beizutragen:

Epstein-Barr Virus

Das Epstein-Barr virus (oder EBV) ist im Bezug auf MS am meisten erforscht. Die meisten Menschen kommen damit im Laufe ihres Lebens in Berührung und tragen von da an Antikörper gegen das Virus in sich. In der Regel läuft eine EBV-Infektion fast symptomlos ab, dh. die Menschen merken nichts von der Ansteckung. In einzelnen Fällen kann die im Volksmund Kusskrankheit genannte Infektion (auch Pfeiffersches Drüsenfieber) aber auch lebensbedrohliche Ausmaße annehmen. Zunächst wird die Infektion oft mit Antibiotika behandelt, was jedoch nicht hilft, da es sich um ein Virus handelt. Organe und das Lymphsystem schwellen an. Dann ist – wie gesagt in seltenen Fällen – sogar ein Krankenhausaufenthalt nötig.

Einige Studien haben mittlerweile nachgewiesen, dass Menschen mit einem höheren Epstein-Barr-Virus-Antikörperwert ein höheres Risiko haben, auch an Multipler Sklerose zu erkranken. Umgekehrt haben Menschen, die sich nie mit EBV infizieren eine sehr viel geringere Wahrscheinlichkeit, je an MS zu erkranken.

De Forschung geht weiter. Momentan zum Beispiel untersucht Dr. Jill Brookes  in Birmingham, wie genau das Immunsystem von MS-Patienten auf EBV reagiert und wie das wiederum zur Myelinzerstörung führen könnte.

Humanes Herpes-6-Virus

Australische Forscher haben herausgefunden, dass das humane Herpes-6-Virus mit Multipler Sklerose zu tun haben könnte (HHV-6). Sie zeigten, dass es möglicherweise Schübe auslösen kann. Der Grund dafür ist noch nicht erforscht und der Zusammenhang damit noch nicht nachgewiesen.

Clostridium perfringens type B

2013 haben Forscher entdeckt, dass ein Gift, das von dem Bakterium Clostridium perfringens type B produziert wird, die Blut-Hirn-Schranke passieren und dort möglicherweise Schaen bei den myelin-produzierenden Zellen anrichten kann. Die Forschung dazu seht jedoch noch ganz am Anfang. Weitere größere Studien sind notwendig, um den Zusammenhang nachzuweisen, aber auch Clostridium perfringens type B kommt damit in die engere Auswahl der Umweltfaktoren für MS.

Chlamydophila pneumoniae

Ein weiteres Bakterium, desen Infektion mit der MS in Zusammenhang stehen könnte, ist Chlamydophila pneumoniae. Es verursacht Infektionen des Atemtraktes und ist ein häufiger Grund für Lungenentzündungen. Der Zusammenhang mit MS aber auch anderen chronischen Krankheiten besteht bislang nur theoretisch.

Wissenschaftler haben DNA des Chlamydophila pneumoniae im Nervenwasser einiger MS-Patienten nachgewiesen, was wiederum zu der Ansicht fürte, eine Langzeitbehandlung mit hochdosiertem Antibiotikum könne könnte möglicherweise sowohl die Infektion als auch die MS-Symptome lindern.

Allerdings hat diese Form der Behandlung in sehr kleinen Studien und Fallstudien bisher zu sehr gemischten Ergebnissen geführt.

Erkältungen

Mehrere Studien untersuchten derzeit, ob bestimmte Infektionen wie Erkältungen die Schubrate von Patienten mit MS beeinflussen können.

http://www.amsel.de/multiple-sklerose-news/medizin/Infektionen-und-Multiple-Sklerose_5292

Quelle: MS Society UK, Infections and MS – what’s the evidence?, 23.06.2014
Redaktion: AMSEL e.V.

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