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*Die Welt von unten sehen Ein ungewollter Perspektiven-Wechsel: Kreislauf und MS

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Die Welt von unten sehen

Ein ungewollter Perspektiven-Wechsel: Kreislauf und MS

 

HITZE: Schwindel, kalte Schweißausbrüche, Übelkeit – SCHWANKEN…. die Welt dreht sich, aber es ist eher ein Horror-Szenario, als ein sehenswertes Schauspiel!

MS und Hitze kann für diesbezüglich empfindliche MS`ler bedeuten, dass sich Uhthoff einschleicht: als äußerst ungebetener Gast! Dies allein ist schon manchmal eine kaum zu bewältigende Aufgabe. Wenn dann noch akute Kreislaufprobleme hinzukommen, wird es mehr als nur unangenehm – es wird heftig, denn es hilft nur ein: hinlegen, Füße hoch und ausharren. Ausharren können wir ja gut – alle Uhthoff- und Fatigue-Geplagten kennen dieses Ausharren in demütiger Verfassung…. Getrennt vom pulsierenden Leben, getrennt von dem Sichtwinkel „oben“ und getrennt von der Balance.

So liege ich also auf dem Boden, Füße auf dem Sofa, trinke Cola und Wasser und mein Selen-Hund, ebenfalls hitzegeplagt, hält mich im Auge. Die treue Seele.

Ich habe, wie sollte es anders sein 😉 – recherchiert. Man findet nicht viel im Netz zu MS und Kreislauf, aber trifft immer wieder auf Berichte von Betroffenen dazu. Die Kombination mit Uhthoff/Hitze und Kreislauf – dieser Cocktail scheint explosiv zu sein.

Schwindel heißt Schwäche („Schwinden der Kräfte und Sinne“) – und genau SO fühle ich mich auch.

Die meisten MS`ler kennen die „Schwäche“ sowieso schon: Schwäche in den Beinen, Armen und im ganzen Körper, Kraftlosigkeit und Taubheitsgefühle, sowie Gleichgewichtsstörungen. Wenn NUN aber noch diese Kreislaufprobleme hinzukommen, dann ist die Schwäche sozusagen gedoppelt und „gefühlt“ gar vertausendfacht.

Kein schöner Zustand und vor allem „lähmt“ es noch einmal mehr. Wieder einmal ist man hilflos ausgeliefert und vergeudet wertvolle Stunden des Tages mit Liegen und Nichts-Tun, was aber kein angenehmes „Ausruhen“ darstellt, sondern ein Warten auf möglichst baldige Besserung, ein Warten auf Erlösung und einen einigermaßen adäquaten „Normalzustand“.

Das braucht so niemand noch zur MS hinzu und noch dazu ist es ein Zustand, der sich willentlich nicht beeinflussen lässt. Trinken, Füße hoch und liegen liegen liegen….Denn sich zu bewegen scheint bei diesem heftigen Schwindel ein Ding der Unmöglichkeit.

Hallo MS; Hallo schwankender Tanz durchs Leben; Hallo Fußboden und Hallo Hoffnung! ©2016 Heike Führ/multiple-arts.com

Hier noch ein Auszug zum Thema Kreislauf: (Quelle: http://www.onmeda.de/symptome/kreislaufprobleme.html)

Solche Kreislaufbeschwerden sind auf eine verminderte Durchblutung des Gehirns zurückzuführen, deren Ursache ein zu niedriger Blutdruck (sog. Hypotonie) ist. Je nachdem, ob die Blutdruckwerte plötzlich absacken oder dauerhaft niedrig sind, können die daraus entstehenden Kreislaufprobleme unterschiedlich ausfallen:

Bei einem plötzlichen und heftigen Blutdruckabfall (sog. akute Hypotonie) können bis zu 600 Milliliter Blut in die untere Körperhälfte versacken. Sinkt der Blutdruck, versucht Symptome einer Kreislaufschwäche – wie Schwindel, Schwarzwerden vor den Augen oder Schweißausbruch bis hin zum Gefühl, das Bewusstsein zu verlieren.

der Kreislauf eine gewisse Zeit lang, das Blut in die lebenswichtigen Organe umzuleiten, indem sich die Blutgefäße zu den Muskeln verengen. Reicht dieser Hilfsmechanismus nicht aus, verringert sich die Durchblutung des Gehirns. Wegen dieser Minderdurchblutung ist das Gehirn vorübergehend mit Sauerstoff unterversorgt.

Ein akuter Blutdruckabfall kann folgende Kreislaufprobleme verursachen:

•            Augenflimmern

•            Schwindelattacken

•            Schweißausbruch

•            schlimmstenfalls Kreislaufkollaps bzw. Ohnmacht (Synkope)

Dauerhaft niedrige Blutdruckwerte (sog. chronische Hypotonie) können ebenfalls zu Kreislaufproblemen wie Schwindel und Augenflimmern führen. Ein niedriger Blutdruck ist an sich nicht gefährlich. Im Gegenteil: Wenn die Blutdruckwerte ohne erkennbaren Grund dauerhaft niedrig sind, kann dies sogar auf ein gesünderes und längeres Leben hinweisen. Durch die verminderte Durchblutung muss das Herz allerdings schneller schlagen, um den Blutmangel schnell auszugleichen.

*Uhthoff nervt nervt nervt!

Z - *Uhthoff nervt nervt nervt!

 

Wenn der Kreislauf spinnt und Schwindel Einzug hält; wenn die Beine noch wackeliger sind als sonst; wenn die Koordination spinnt und die Augen nur noch verschwommen sehen und mit Blitz-Feuerwerken „beschenkt“ werden; wenn Übelkeit aufkommt; wenn die Kraftlosigkeit noch kraftloser wird und jede Bewegung zur Hölle wird – und das bei sehr tauben Gliedmaßen; wenn man nur noch ein Häufchen Elend ist und der Darm noch grummelt…. (und man noch publikumswirksam umkippt) – Dann! Dann weißt Du, dass Herr Uhthoff zu Gast ist! Weiterlesen

*Übrigens: auch MS`ler haben Haare auf dem Kopf, meistens jedenfalls ;-)

 Diesen Text aus 2011 habe ich gerade beim Stöbern entdeckt und er ist auf Grund der Hitze hierzulande immer noch aktuell 😉

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FRISEUR         

Übrigens: auch MS`ler haben Haare auf dem Kopf, meistens jedenfalls 😉
Und auch MS`ler gehen zum Friseur. Meistens jedenfalls ,-)

Ein besonderes Friseur-Erlebnis ist es, sich bei 35C Außentemperatur ins Auto zu wuchten (anders kann ich das bei mir nicht nennen: Hitze und meine MS schließen sich gegenseitig sozusagen aus, das geht gar nicht!- und laufen wäre zu weit), dann irgendwie beim Friseur ankommen, völlig verschwitzt, völlig fertig und schon ahnend, dass gleich die Fatigue zuschlägt!

Hallo MS!

Natürlich hätte ich den Termin auch absagen können und wahrscheinlich wäre es besser gewesen, aber …!!! Wie war das mit dem “normalen Alltagsleben”? Ich WILL normal leben. Meistens jedenfalls 😉

Hitzewallungen; ok, das können AUCH die Wechseljahre sein..! Plötzliche Schwindelattacke, taube Gliedmaßen: nein, das sind keine Wechseljahresbeschwerden! Schon erschöpft und mit sehr schweren Beinen steuere ich den Friseursalon an. Aber natürlich sehe ich aus wie das “blühende Leben” 😉

Meine Hairstylistin weiß von meiner Krankheit nichts, warum auch, ich bin zum ersten Mal in diesem Salon und dort spielt es eigentlich (!) keine Rolle. Heute allerdings doch, aber ich bin tapfer und sage nichts. Wie gut, dass ich  „ach so gesund“ aussehe, also wundert sich auch niemand. Meistens jedenfalls 😉

Hastig ausgesprochene Entschuldigung über mein Schwitzen, ja ja, das Wetter! Die Friseurin schwitzt auch. Danke, ein Trost, und noch dazu ist sie so jung! 😉

Da ich mir diesmal ausnahmsweise einmal Strähnchen machen lassen will, wird es also eine lange schwüle Sitzung im nicht klimatisierten Laden werden. Aber welch Glück ist er nicht klimatisiert, sonst wäre die nächste Erkältung fällig! Und HALLO MS: jede noch so kleine Erkältung kann einen Schub auslösen. Sieht man mir, auf dem bequemen Friseurstuhl sitzend, all diese Gedanken an? Diese Sorgen und Ängste, dieses Hoffen, dass ich nicht umkippe, nicht vom Stuhl falle und womöglich noch die Blondiercreme stürzend mitreiße und ungewollt im Salon verteile? Nein, ich sehe doch aus wie das „blühende Leben“. Meistens jedenfalls. 😉 Im Moment jedenfalls 😉

Hallo MS!

Ich bekomme kühles Wasser serviert und wedele mit den herrlichen Klatschzeitschriften, missbrauche sie als Fächer, aber sie eignen sich hervorragend dafür. Welch Wohltat, als die Strähnchen endlich entknotet werden und mein Kopf Richtung Waschbecken gezogen wird. Kühlung in Sicht! Und ja, meine Hairstylistin hat ein Einsehen mit mir und verwendet recht kühles Wasser, aber sie selbst muss ja auch abkühlen; die arme …

Ich wünsche mir sehnlichst eine (unsichtbare) Kühlweste herbei. Ich weiß, dass manche MS`ler eine solche tragen müssen und stelle mir das schlimm (wenn auch wohltuend) vor: dann sieht man allerdings nicht mehr so, wie das “blühende Leben”, aus. Ein Vorteil???? Nein, traurige Erkenntnis, dass man noch einen Schritt weiter im MS-Stadium gekommen ist.

 

Und wie ich es geahnt habe: es überkommt mich eine Fatigue-Attacke: aber, “frau” darf ja entspannen beim Friseur, “frau” darf genussvoll die Augen schließen und all die herrlichen Kopfmassagen und Wohltaten genießen. So wirke ich mal wieder wie das blühende Leben und wie eine Frau, die sich gerade einmal für viel Geld entspannt. Und wie fühle ich mich?

Ich weiß auch aus Erfahrung, dass es gut ist, wenn ich bei solch einem Anfall sitze (besser noch liegen kann) und das war ja dort der Fall. Dann brauche ich, wenn ich viel Glück habe, „einfach“ nur geduldig abwarten, bis es irgendwann “vorbei” ist. Und meine liebe Friseurin fragt mich während sie mich verhätschelt, ob alles gut sei, ob es mir gut gehe und ich zufrieden mit der Behandlung sei. Ja, sage ich, mir geht es blendend, ich werde ja herrlich verwöhnt.

Sie zweifelt vermutlich nicht an meiner Antwort, denn ich sehe doch auch blühend aus …

Ich bin mir sicher, dass ich diesen heißen Nachmittag, eingepackt in einen „wärmenden“ Friseurumhang und versorgt mit heißer Föhnluft und allem „drumherum“ nur überstanden habe, weil ich mich speziell bei meiner Friseurin so wohl gefühlt habe und mein Wille und Wunsch, wenigstens beim Friseur mal „normal“ sein zu können, doch sehr mächtig war!

Mit schicker Frisur und durch und durch verwöhnt, jedoch völlig erschöpft, kam ich nach Hause, konnte mich aber nur noch auf die Couch fallen lassen, ungeachtet dessen, dass ich das herrliche Werk zerdrückte und musste Kopfschmerztabletten einnehmen, weil mir all die Fürsorge und mein Fatigue-Anfall zu viel waren.

Hallo MS!

Aber wenigstens sehe ich schick aus, und wie das blühende Leben! Meistens jedenfalls 😉

Copyright 2011 Heike Führ/multiple-arts.com

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*Kapriolen der MS und Tanz des Kreislaufes

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Kapriolen der MS und Tanz des Kreislaufes

Kann dieser Tag weg?

Es gibt Tage, die könnte man streichen, wobei es schade wäre, denn dieser hatte auch sein Gutes.

Fangen wir vorne an: morgendliche Routine: Facebook checken, meine FB-Seite und Homepage pflegen und ungewöhnlich viele Mails checken. Ich spüre schon eine leichte Überforderung. Danach Gassi und dieser Spaziergang wurde in heißer Sonne länger als geplant, da wir ebenfalls ungewöhnlich viele Hunde samt Besitzern trafen. Danach kurzes Ausruhen und schon ein wackeliges Gefühl…. Dann Telefonat mit der Agentur, das über 2 Stunden dauerte und zwar sehr fruchtbar, schön und inspirierend war, aber dann scheinbar in der Gesamtheit viel war…. Danach Mails beantworten, noch einen Artikel fertig schreiben, der ausnahmsweise mal einen Abgabetermin hat….und so weiter…. Weiterlesen

*Achtung und Respekt untereinander: Meine MS heute – MS vor Jahren: ein Wandel

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Wir verändern uns mit der Zeit und das ist auch gut so. Unsere MS verändert sich meistens auch – und das ist in den wenigsten Fällen gut so, denn sie wird eher schlechter als besser. Damit müssen wir leben, wir müssen es akzeptieren.

Bei mir hat sich die MS aber etwas beruhigt – nein, so kann man es nicht sagen…. denn sie verschlechtert sich auch. Also fangen wir vorne an: Weiterlesen

*MS-Grenzen

 

Z - *MS-Grenzen

Es ist toll, wie mich meine Leser inspirieren! 🙂
Neulich schrieb mir B.S. dass sie es gut fände, dass ich teilweise an oder über meine Grenzen gehen würde: „Auch, wenn Du danach die Quittung bekommst… Aber so lange es so ist, hast Du die Macht und nicht die MS!“

Ist das nicht ein toller Satz?

Ich habe tagelang über diese Aussage philosophiert und bin irgendwie „eins“ geworden mit diesem Satz!

Denn es stimmt: auch wenn wir manchmal, sei es gewollt oder ungewollt, über unsere Grenzen gehen, selbst wenn wir die gefürchtete Quittung erhalten und darunter leiden müssen – eins haben wir damit aber bewiesen: wir lassen die MS nicht dominieren. WIR bestimmen und nehmen eine Quittung in Kauf. Man könnte dies auch mit „selbstbestimmt“ übersetzen. Vielleicht nicht immer vernünftig, aber es zeigt auf, dass wir in solchen Momenten nicht bereit sind uns zu beugen. Wir fordern zwar vielleicht die MS heraus mit all ihren ungeheuerlichen Symptomen, aber wir bieten ihr die Stirn! Wir trotzen ihr!

Wir bestimmen in diesen Momenten, wo es lang geht. Und wie oft ist es das auch wert!

Wer es gewohnt ist, genau zu planen, eine gutes Energie-Management zu betreiben und sich und sein (MS)-Leben gut organisiert, der kann meistens einschätzen, wie weit man gehen kann. Wenn man es übertreibt, weil die Situation vielleicht gerade so schön ist und man sie auskosten möchte, ist das zwar ein anderes Handeln, als es ein Gesunder kennt, der keine Quittung erwarten braucht, aber es ist ein unserem MS-Leben angepasster Prozess. Er zeugt von unermüdlicher Lebensfreude –und Kraft, von Lebenswillen und Optimismus!

Also scheuen wir uns nicht, ab und an mal die Grenzen zu überschreiten und sehen selbst die nachfolgende „Quittung“ als gegeben an und seien wir dann stolz auf unseren MUT und Lebenswillen J Hallo MS; Hallo Tanz durch Grenzen hindurch und Hallo Lebensfreude! © 2016 Heike Führ/multiple-arts.com

*Ein gedrosseltes Leben – ächzend, dampfend, aber lebend!

Ein gedrosseltes Leben – ächzend, dampfend, aber lebend!

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DAS wurde mir gerade wieder einmal bewusst: mein Leben ist schön und erfüllt, aber es läuft gedrosselt – und zwar nicht nur manchmal, sondern IMMER. Weiterlesen

*Natürlich haben wir uns verändert!

Natürlich haben wir uns verändert!

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Ja, wir haben uns verändert und das sei jedem Vorwurf: „Du hast Dich ja total verändert“ erst einmal entgegen gebracht.

Zum Ersten stellt sich die Frage: Was will uns unser Gegenüber damit sagen?

Zum Zweiten stellt sich die Frage: Möchte ich dort stehen bleiben, wo ich einmal war?

Ganz nach Bertolt Brecht: ‘Ein Mann, der Herrn K. lange nicht gesehen hatte, begrüßte ihn mit den Worten: “Sie haben sich gar nicht verändert.” “Oh!”, sagte Herr K. und erbleichte. – Bertolt Brecht, Das Wiedersehen‘

Jeder Mensch sollte sich im Laufe seines Lebens weiter entwickeln können und somit verändern. Denn wer sich nach langer Zeit nicht verändert hat und sich dementsprechend auch nicht weiter entwickelt hat, oder gar auf seinem alten Stand stehen geblieben ist, der kann nicht wirklich gelebt haben. Es scheint fast eine  Abwertung der eigenen Person zu sein, wenn man beschuldigt wird, sich nicht verändert zu haben.

Als ein Kompliment kann ich es nur betrachten, wenn mir mein Gegenüber glaubhaft versichern möchte, ich hätte mich „jung“ gehalten 😉 J

Wenn man also davon ausgeht, dass sich jeder emotionale gesunde Mensch weiterentwickelt, wäre der Spruch tatsächlich seltsam.

Der umgekehrte Ausspruch: „Seit Du krank bist, hast Du Dich so verändert!“, ist ebenfalls eine solch merkwürdige Floskel, die aber herb verletzen kann….

Mit einer chronischen Erkrankung hat das für mich alles nochmal eine andere gewichtige Seite. Denn wer verändert sich nicht, wenn er die Diagnose erhält, dass er beispielsweise mit einer unheilbaren Erkrankung zu tun hat oder gar bleibende Behinderungen erhält. Eine gesunde Psyche, die sich nicht aufs Verleugnen spezialisiert hat, sondern der Erkrankung ins Angesicht blickt, wird sich verändern. Sicherlich gibt es auch hier extreme Beispiele, aber kalt kann es niemanden lassen, wenn er beispielsweise die Diagnose MS erhält.

Wichtig ist eine sogenannte psychologisch gesehene „Anpassung“ an die neuen Umstände und eine möglichst guter Umgang mit der neuen Situation. Das schafft der eine besser, der andere schlechter.

6F61LRvgAAAAABJRU5ErkJggg== - *Natürlich haben wir uns verändert!

Aber es verändert uns auf jeden Fall.

Es verändert uns aber nicht unbedingt negativ, wie uns unser Gegenüber vielleicht glauben machen möchte – aber es hinterlässt Spuren, die wir verarbeiten müssen und die uns prägen.

Mich hat die MS stärker gemacht und ich habe geübt, mehr Achtsamkeit mir SELBST gegenüber walten zu lassen. Damit grenze ich mich natürlich deutlicher ab, was in einem gewohnten Beziehungsgeflecht erst einmal „neu“, das heißt, auch FREMD sein kann und schwups könnte man den Vorwurf hören: „Du hast Dich aber verändert! Seit du MS hast!“.

Ja, ich habe mich verändert, denn eine gewisse Leichtigkeit und Unbesorgtheit ist aus meinem Leben verschwunden; ich muss mich ständig unterschiedlichen und sich zum Teil auch verschlechternden Umständen anpassen; ich muss täglich meiner MS die Stirn bieten; ich muss auf Vieles verzichten und mein Leben anders sortieren und organisieren. Sollte DAS ALLES keine Spuren hinterlassen? Das wäre allerdings befremdlich!

Natürlich gibt es auch positive Veränderungen (VERÄNDERUNGEN!!!) durch die MS: ich habe tolle neue Menschen kennengelernt; ich stehe mehr zu mir; ich bin mir und somit auch anderen gegenüber achtsamer geworden; ich genieße schöne Momente doppelt und lebe intensiver. Das sind nur einige der guten Seiten meiner Veränderung. Des Weiteren habe ich mit dem Bloggen, Schreiben und Malen begonnen, was mich voll und ganz erfüllt; fast meine Seele belebt und ihr Streicheleinheiten gibt. Auf einer anderen Ebene bin ich dadurch „bei mir angekommen“ und dafür bin ich dankbar.

Eins ist sicher: Ich bin NICHT stehen geblieben, ich habe mich weiterentwickelt und deshalb muss ich mich zwangsläufig verändert haben und das ist GUT so!

Jeder kann für sich überlegen, was ihm an Gutem widerfahren ist, was ihn geprägt hat und warum er sich deshalb im POSITIVEN verändert hat… Dann hat man bei der nächsten Anklage etwas entgegen zu setzen. Sei es der merkwürdige Ausspruch, man habe sich gar nicht verändert, oder der Vorwurf, man habe sich verändert.

Sicher ist bei diesen Aussprüchen immer, dass sie ganz viel mit der Person zu tun haben, die diesen Satz ausspricht – denn sie spiegelt ihr Problem vermutlich gerade und es hat weniger mit uns selbst, als mit ihnen selbst zu tun. Auch das darf man sich einmal bewusst machen! J
Ich wünsche Euch ein frohes Nachdenken und dass Ihr feststellt, nicht stehen geblieben zu sein J ©2016 Heike Führ/multiple-arts.com

*Einen tauben Fuß später… Uhthoff der Mist-Kerl!

Einen tauben Fuß später… Uhthoff der Mist-Kerl!

Z - *Einen tauben Fuß später… Uhthoff der Mist-Kerl!

Frühsommer und kühle Temperaturen, dachte ich. Ein kleiner Ausflug zum „Erdbeerfest“ in unserem Ort mit Mann und Hund – ich habe mich gefreut und nicht mit der plötzlich erscheinenden stechenden Sonne gerechnet, die sich nach einem verregneten kühlen Tag ihre Bahn brach.

Und – Ihr ahnt es schon – wer kam noch mit auf unseren kleinen Spaziergang? Der äußerst ungebetene Gast „Herr Uhthoff“. Ein Scheusal: er klebte sich an meine Fersen; er schubste mich zur Seite, so dass ich schwankte; er lief mir dann noch vor die Füße, damit ich stolpere und er hing mir Blei an die Arme und Beine. Doppeltes Blei! Laufen? Schier unmöglich! Meine beiden Männer schleppten mich mit  J Ich gebe ja nicht auf! J

Nicht genug, dass Uhthoff mir das Laufen so schwer machte, er bescherte mir, kaum angekommen auf dem zauberhaften Fest mit schönen Kleinkunst-Ständen und leckerem Kuchen noch eine Fatigue mit Übelkeit und Schwindel. Dann lief uns noch eine Frau mit ihrem Hund, der „bitte keine Hundekontakte haben soll“ über den Weg und mein armer Smiley war etwas fassungslos (ich auch) und noch dazu kam eine Bekannte auf uns zu und wollte schwatzen -bei mir wars AUS. Aus und vorbei. FERTIG! „Ich habe fertig!“: Ich konnte nicht mehr: nicht mehr stehen, nicht mehr reden, nicht mehr schauen – die Hitze übermannte mich und ich dachte, dass ich jeden Moment zusammenklappe. Ich zog meinen verdutzten Mann weiter und sagte nur noch schwach: „heim“. Als wir aus dem Getümmel heraus waren und uns Schatten suchten, konnte ich anschließend humpelnd irgendwie nach Hause laufen, aber es war Schwerstarbeit. Mein Körper war lahmgelegt, er war schwer, sodass ich dachte, ich würde im Asphalt einsinken und niemals mehr hinauskommen. Meine Seele fühlte sich gepeinigt an, denn der eigentlich so schön angedachte Spaziergang entpuppte sich als Höllengang. An weiteren Bekannten „rannten“ wir vorbei, völlig hilflos – heim! Keine Ahnung, was sie dachten!

Zuhause angekommen wurde mir bewusst, dass mir rein theoretisch ein Stück von meinem Schienbein/Knöchel fehlte. Ich schaute hin: es war da J Ich fasste es an: es war nicht da.
Ich konnte stehen, aber hatte das Gefühl zu schweben… umzukippen…
Natürlich war mein erster Weg Richtung Couch, im Kühlen… hinlegen…

Nun wurden auch noch die Arme taub, die ganze rechte Körperhälfte verabschiedete sich. YEAH! Herr Uhthoff hatte es wieder einmal geschafft und mich niedergeschmettert. Was ein Mist-Kerl, was ein fieser Geselle und abscheulicher Typ!

Stunden später spüre ich so langsam meine Gliedmaßen und kann wieder einen Zusammenhang zwischen Fuß und Bein erahnen.

Danke Uhthoff – den Ausflug hast Du mir kräftig versaut….

Mein süßer Smiley scheint ebenfalls Besuch von Uhthoff gehabt zu haben – er vegetiert im Schatten vor sich hin – allein mein Mann kann sich um uns kümmern und muss mal wieder hilflos, machtlos mit ansehen, welch eine Verwüstung solch ein Ungetüm wie Uthoff hinterlassen kann.

Ob ich heute noch irgendetwas mache??? NEIN! Liegen bleiben und hoffen, dass mein Fuß und mein Bein wieder zusammen „wachsen“!

Ich möchte nicht bedauert werden, aber mit diesem Text möchte ich aufzeigen, WIE es sein kann mit Uhthoff und was er mit uns macht!

Hallo MS; Hallo Tanz durchs Uhthoff-Leben; Hallo Wut und doch auch Hallo Leben! ©2016 Heike Führ/multiple-arts.com

*YouTube: Welt-MS-Tag 2016 / mein Filmchen

https://www.youtube.com/watch?v=CqrSARfEgr4

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