Archiv für den Monat: August 2017

*Ich will endlich mal „normal“ leben!

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Ich will endlich mal „normal“ leben!

Au weia, wird sich mancher denken – das ist ja eine heftige Aussage!

Ja – ist es. Vor allem in Anbetracht dessen, dass es mir mit meiner Form der MS immer noch „den Umständen entsprechend“ recht gut geht. Vor allem in Anbetracht dessen, dass es schwerstbehinderte Menschen gibt, die von einem Leben, wie ich es führe, nur träumen können!

Das macht mir wirklich zu denken und wirft die Frage auf, ob ich ungerecht bin!

Wäre ich immer unzufrieden, wäre es sicher anmaßend und ungerecht.

Aber: ich bin durchaus mit meinem Leben sehr zufrieden, ich liebe es und ich liebe es zu leben! 🙂

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Ein Widerspruch?

Nein: Denn es gibt Tage, an denen ich (wie immer verglichen mit gleichaltrigen Gesunden) einfach nur den Wunsch habe, nur für eine einzige Stunde mal zu leben, wie der Gesunde:

Die Hitze zwar beschwerlich zu empfingen, aber auszuhalten – zu schwitzen und trotzdem voll leistungsfähig zu sein, zumindest so, dass sie nicht meinen Tagesablauf, meine Pläne über den Haufen wirft.

Oder nicht schon den Wetterbericht Tage voraus zu beobachten, aus ANGST (begründeter Angst) vor der Hitze, sondern mich über das Hochsommerwetter freuen zu können, ins Freibad oder an den See fahren zu können und zu toben und zu planschen… oder zu was ich eben LUST habe.

Dann nämlich spüre ich: verdammt, ich will einfach mal normal leben. Wie jeder andere auch.

Oder wenn die Fatigue mit ihrer Kraftlosigkeit mich an so Vielem hindert: am Arbeitengehen, am Feiern, an Städtereisen und manchen Urlauben – an Vielem, was mir einst Spaß und Freude gemacht hat.

Treffen mit Freunden – ich will endlich mal normal einen Termin in Vorfreude ausmachen können – ohne diese Sorge, ob es zu heiß ist, ob meine Beine mitspielen, ob meine Fatigue mir einen Streich spielt und gar Herr Uhthoff vorbei kommt. DANN will ich einfach normal leben.

Und doch ist eine große Dankbarkeit da, DASS ich so Vieles noch kann – nicht bettlägerisch bin oder schwerstbehindert – dann werde ich demütig und von tiefen Gefühlen ergriffen.

Und doch habe ich das Recht meinen momentanen Status Quo (der sich bei MS ja quasi ständig neu berechnet) mal zu benörgeln, mal zu jammern und klar auszusprechen, was mich manchmal plagt: DASS ich so Vieles nicht mehr kann und dadurch meine Lebensqualität auf vielen Ebenen leidet. Dieses Recht habe ich und nehme ich mir! Danach stehe ich wieder auf, richte das Krönchen und freue mich über all das, was ich noch kann, über meine Stärken und Fähigkeiten und „renne“ hinaus ins Leben. ©2017 Heike Führ/multiple-arts.com

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JUCKREIZ und MS

2Q== - JUCKREIZ und MS

JUCKREIZ und MS

Juckreiz bei MS gehört zur Kategorie „Sensibilitäts-Störungen“.

Dass Sensibilitäts-Störungen mehr als unangenehm und störend sein können und sie noch dazu unsichtbar sind, weiß jeder, der sie kennt.

Max von Frey, österreichisch-deutscher Physiologe, bezeichnete den Juckreiz als „kleinen Bruder des Schmerzes“. (http://news.doccheck.com/de/48220/pruritus-wen-juckts/)

Diese Bezeichnung finde ich sehr treffend, denn es ist ein wirklich schreckliches Symptom, das sehr schnell entnerven kann.

Juckreiz ist ein Gefühl kribbelnder oder gereizter Haut, das bei dem MS-Patienten das Bedürfnis hervorruft, die betroffene Stelle zu kratzen. Juckreiz (auch Pruritus genannt) kann unvermittelt auftreten und ziemlich intensiv sein. Normalerweise dauert er jedoch nicht sehr lange an. Er kann an jeder Stelle des Körpers und des Gesichts auftreten. Juckreiz bei MS unterscheidet sich von normalem Juckreiz, weil eine Reizung oder ein Ausschlag auf der Haut fehlen. (http://www.meinalltagmitms.de/symptom/sensibilitaetsstoerungen-ms-symptome).

DAS ist auch der Hauptunterschied, zu einem Juckreiz bei beispielsweise einem Mückenstich: hier gibt es einen sichtbaren Auslöser. Bei dem MS-Juckreiz fehlt dieser, da er von den „zerstörten Nervenleitbahnen“ ausgeht.

Des Weiteren gibt es das Kribbeln, welches ein lästiges, kitzelndes Gefühl an einem beliebigen Bereich des Körpers ist und das ebenfalls nicht durch externe Reize (Hautreizung) oder schlechte Durchblutung („eingeschlafene Beine“) ausgelöst wird.

Auch das sogenannte Brennen kennen viele MS`ler und es ist ein Gefühl wie bei Sonnenbrand. Diese Sensibilitätsstörungen können an jeder Körperstelle auftreten, werden jedoch meistens an den Fingern, Händen, Füßen, Armen oder Beinen wahrgenommen. (nach: http://www.meinalltagmitms.de/symptom/sensibilitaetsstoerungen-ms-symptome)

So kann ein Juckreiz kann also im Rahmen neurologischer Erkrankungen auftreten und auch ein MS-Schub könnte mit solchen Symptomen beginnen oder einhergehen. ©2017 Heike Führ/multiple-arts.com

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Foto: pixabay (https://pixabay.com/de/affen-3-juckreiz-braun-2084236/)

*Nervenbelastung und Auswirkung auf die MS!

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Nervenbelastung und Auswirkung auf die MS!

Wir wissen es und doch möchten wir es manchmal nicht wahrhaben: die Auswirkungen, die Stress und /oder nervliche Belastung DIREKT auf die MS haben.

Ein Beispiel, das ich nun seit ein paar Wochen erlebe: wir wurden von einem Handwerker um Geld betrogen – Es hat mich etliche Kämpfe gekostet, das alles wieder zu regeln. Das ist aber nur ein Beispiel, das Ihr mit anderen eigenen Beispielen gleich setzen könnt

Gekostet hat es mich – außer meinem Geld – auch NERVEN und nicht nur wenige!!!

Hallo MS; Hallo Symptome: Sehstörungen waren hier ja fast nur eine Kleinigkeit dabei. 😉 Mit Galgenhumor betrachtet! 😉

Nein: wahrhafte Störungen im Sehen, schmerzende Augen, Doppelbilder und Nebel vor den Augen – die eigene Effekt-Show. Haha!

Schwindel, Schmerz-Attacken, Trigeminus-Probleme, taubes Gesicht, schwammige Beine, die mich nicht mehr tragen wollen, Zittern und eine derart große Schwäche am ganzen Körper, dass es ein Wunder war, dass ich mich überhaupt noch einigermaßen aufrecht halten konnte.

Und das – sagt ein Unbeteiligter vielleicht – nur weil Du Stress hattest???

Ja! „Nur“ weil ich Stress hatte.

Stress kann Gift für die MS sein – für meine MS ist sie es, denn meine Schübe und Ausfälle und somit auch bleibende Beeinträchtigungen kamen IMMER nach enormen Stress.

Stress zu vermeiden ist ein gut gemeinter Ratschlag – was aber macht man, wenn der Stress von außen übergestülpt wird, man handlungslos, machtlos und vor allem eins ist: völlig hilflos!???

Man macht nicht viel, außer sich mit Medikamenten zu versorgen – von Bach-Blüten „Rescue“ über Beruhigungsmittel und vor allem in meinem Fall: eine Schlaftablette zum Einschlafen zu nehmen, um überhaupt zur Ruhe zu kommen. Cortison-Tabletten, um das Schlimmste abzufangen…. Und ausruhen, Reize abschalten – zur RUHE kommen….

MS und Nerven – eine Farce, denn bei MS sind die Schutzhüllen um die Nervenleitbahnen herum angegriffen und gar völlig zerstört.

Bei MS liegen die Nerven im wahrsten Sinn des Wortes wirklich BLANK!

Blanke Nerven mögen keine zusätzliche Aufregung. Sie können dann nämlich gar nicht mehr reagieren – sie können nur noch hilflos dem Tsunami zuschauen, der in ihnen, um sie herum, wütet. Eine Explosion im Gehirn – kein Wunder, dass sowohl die Nerven als auch das Gehirn an sich völlig durcheinander und vor allem eins sind: überfordert. Heillos überfordert!

Und dann wundert es auch nicht, dass die MS nicht mehr weiß, wo „oben und unten“, wo innen und außen, hinten oder vorne ist. Die MS ist im Strudel, von einem Wirbel gepackt und irrt völlig verstört umher!!!

Möge man sie einfangen. Aber wie?

SCHWER ist das, denn das Lasso kann ich gar nicht mehr werfen, so kraftlos wie ich bin. 😉

Überhaupt habe ich NULL Energie, um irgendetwas zu tun. Meine Kraft habe ich auf SMS mit dem Handwerker vergeudet, meine Kraft ist im Tsunami weggespült worden, zusammen mit einer Energie.

Und – hört sich das außerirdisch an?

Ja, so hört es sich an – aber genau so, wirklich so und noch schlimmer, fühlt man sich mit MS, wenn die blanken Nerven noch blanker zu liegen scheinen. Wenn man Opfer von Betrug wurde, wenn man für etwas kämpfen muss, das man eigentlich nicht für möglich hält.

Ich brauche hier kein Mitleid – aber dieses Beispiel eignet sich einfach wunderbar, um nochmals, immer wieder, zu erklären, warum Stress für uns nicht gut ist, sondern sogar gefährlich werden kann. Unser Immunsystem im Autoimmun-Sturm, unser Gehirn mitten in einer Explosion und unser Körper zuckt nur noch. Nicht willentlich – versteht sich. 😉

Danke an diese eine Person, die mir gezeigt hat, wie das Leben laufen kann, wenn man gutmütig ist: Lektion gelernt!

Danke für diesen Zustand – *Galgenhumor* und ein tatsächliches Danke an meinen geschundenen ausgebrannten MS-Körper und an meine Seele, dass sie es immer wieder schaffen aufzustehen. Inmitten der MS entwickle ich nämlich eine seltsam wirkende Kraft – sie zeigt mir: ich werde das schaffen, ich werde noch viel schaffen und trotz MS habe ich diese Situation überlebt, bewältigt! 🙂
Hallo MS; Hallo Resilienz und Coping-Strategien und Hallo Leben – ich komme! ©2017 Heike Führ/multiple-arts.com

Noch ein passender text zum Stress und blanken Nerven: http://multiple-arts.com/wenn-die-nerven-nerven/