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*Hohe Temperaturen beeinflussen die MS-Symptomatik: Uthoff-Phänomen Eine Erklärung einer Betroffenen – auch für Außenstehende

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Was ist das Uhthoff-Phänomen?

Hohe Temperaturen beeinflussen die MS-Symptomatik: Uhthoff-Phänomen

Eine Erklärung einer Betroffenen – auch für Außenstehende

Es ist bekannt in MS-Kreisen, das Uhthoff-Phänomen.

Viele MS`ler fürchten die große Hitze im Sommer und das zurecht.

Die MS`ler, die Wärme schlecht ertragen können, sind aber nicht zwangsläufig die, die den Winter lieben. (und umgekehrt)

Fangen wir vorne an : Das Uthoff-Phänomen ein gängiger medizinischer Begriff, der die Verschlimmerung der gesamten MS-Symptomatik bei erhöhten Temperaturen beschreibt.

Bei Multipler Sklerose ist das Uthoff-Phänomen ein häufig beobachteter Zustand und endlich erkennen auch Ärzte dieses Phänomen an.

„Schon ein kleiner Anstieg der Körpertemperatur aufgrund körperlicher Betätigung, eines heißen Bades oder einer heißen Dusche, warmes Wetter oder Fieber können – ebenso wie auch Stress oder Erschöpfung – zur Verschlimmerung der MS-Symptome führen. Sobald der Körper wieder im normal temperierten Zustand ist, verschwinden auch die Symptome beziehungsweise gehen auf das vorherige Niveau zurück. Dies kann von ein paar Minuten bis zu mehreren Stunden dauern.“ (Quelle: aktiv mit MS)

Für die Betroffenen ist dieser Zustand schlicht und ergreifend SCHLIMM, fürchterlich und grausam. Schränkt er nicht nur massiv die Lebensqualität ein, isoliert (Freunde fahren an den See…) und macht tief traurig, sondern es ist eine der vielen Symptome und eins der 1000 Gesichter der MS.

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Uhthoff ist ein kräfteraubender Vampir 🙁

MS´ler nennen dieses Phänomen umgangssprachlich „Herr Uhthoff“, sozusagen als ungebetener Gast und vor allem als unliebsamer Gast. Er schleicht sich ungefragt ein, nimmt Besitz vom Betroffenen und von einer Sekunde auf die andere ist es möglich, dass nichts mehr ist, wie es eben noch war und dass vor allem nichts mehr geht.

Für Außenstehende:

Das Uhthoff-Phänomen ist NICHT ein Empfinden, durch das man „durch“kann, es ist nicht Einbildung, es ist auch „nicht so schlimm“, sondern sehr schlimm. Es ist erniedrigend für uns, weil uns dieser Zustand lahmlegt.

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Uhthoff-Phänomen

Wissenschaftlich ist erwiesen, dass bei einem Anstieg der Körpertemperatur die Nervenimpulse verlangsamt sind. Eingeschränkte körperliche Aktivitäten, vermindertes Reaktionsvermögen oder eine herabgesetzte Konzentrationsfähigkeit sind die Folge. Multiple Sklerose verursacht eine Schädigung der Markscheide, die die Nerven wie eine Isolations-Schicht umgibt. Damit wird die schnelle Weiterleitung der Nervenimpulse beeinträchtigt. Beim Uthoff-Phänomen wird vermutet, dass der Einfluss von Hitze diese Vorgänge noch langsamer ablaufen lässt oder auch blockiert. Die MS-Symptome, die der Erkrankungsprozess als solcher hervorgerufen hat, werden dadurch zusätzlich betont.

Das heißt: wir bilden uns die Verschlechterung unser ohnehin schon zum Teil erheblichen Einschränkungen NICHT ein!

Wir haben MS, wir haben sowieso schon verlangsamte oder zerstörte oder völlig kaputte Nerven und Nervenleitbahnen.

HITZE VERSCHLIMMERT dies und uns geht es dann WIRKLICH schlecht. Wer schon einmal mit hohem Fieber bei 40C Außentemperatur im Bett gelegen hat, nur noch vor sich dahinvegetierend, der kann erahnen, aber wirklich nur erahnen, wie zerstörerisch dieser Uthoff-Zustand sein kann.

Denn wir sind ja von vorneherein nicht gesund, sondern schon beeinträchtigt (nicht wie ein Gesunder, der eine fiebrige Erkältung gut wegstecken kann).


Also bitte liebe Außenstehenden: rollt nicht mit den Augen, wenn wir über die Hitze klagen. Es ist für uns die Hölle. Es ist ANDERS, als es ein Gesunder fühlt, dem lediglich warm ist, der schwitzt und sich vielleicht etwas unwohl fühlt. Wir dagegen fühlen uns, als ob uns ein neuer Schub angreift, als ob wir vom Laster überrollt und heiß gegart werden, als ob wir nicht mehr lebensfähig sind.
Auch Hilfsmittel, wie Kühlwesten, helfen nur bedingt. Wir sind dann wirklich krank und erschöpft, abgrundtief erschöpft.

Bitte glaubt uns und helft uns, diese zustände relativ unbeschadet und vor allem mit erhobenem Haupt zu überstehen.©2014 Heike Führ/multiple-arts.com

Hier geht es zu meinem letzten Uhthoff-Artikel:

Hilft CBD beim Uhthoff-Phänomen?

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Das Uhthoff-Phänomen: CBD kann helfen!

->  http://multiple-arts.com/hilft-cbd-beim-uhthoff-phaenomen/

Kühl-Matte gegen das Uhthoff-Phänomen:

Nachtrag 9.6.2018: das habe ich gerade auf Facebook gepostet: eine Kühlmatte, die mir unglaublich gegen das Uhthoff-Phänomen hilft! 😉

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Kühl-Matte gegen das Uhthoff-Phänomen

Es gibt sie hier: https://amzn.to/2sTtfJe

Ihr wisst ja, dass ich absoluter Fan von CBD-Öl bin, da es mir so gut hilft:
Meine CBD-Öl-Empfehlung:
https://cbdwelt.de/ms

 MA cbdwelt 212x300 - *Hohe Temperaturen beeinflussen die MS-Symptomatik: Uthoff-Phänomen  Eine Erklärung einer Betroffenen – auch für AußenstehendeWenn Ihr Fragen dazu habt, könnt Ihr mich gerne anschreiben 🙂

Und noch ein Hinweis: Manchmal dauert es ein klein wenig, bis das CBD seine Wirkung zeigt. Es wird davon ausgegangen, dass sich im Körper erst einmal ein gewisser CBD-Spiegel aufbauen muss. Bei manchen Menschensetzt die Wirkung sehr schnell ein, bei andern erst nach 4 Wochen…Und es gibt Untersuchungen, dass eventuell der „Omega 3 – Spiegel“ zu niedrig ist, aber es wird Omega 3 benötigt, damit manche Produkte vom Körper überbaut erst verstoffwechselt werden… Deshalb ist GEDULD gefragt, wenn man CBD einnimmt.

Mir hilft CBD vor allem gegen meine schreckliche Fatigue! Da ich nun eine völlig neue Lebensqualität habe, nenne ich es mein „persönliches Wundermittel“! ?

Ich nehme morgens von diesem Öl 5 Tropfen:

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und je nach Bedarf (wenn nochmal ein großes Müdigkeits-Tief kommt) noch einmal 1-2 Kapseln: https://cbdwelt.de/shop/cbd-kapseln/300mg-cbd-cbda-kapseln-endoca/ref/3/?campaign=CBDKapselnmitCBDa

  • Damit komme ich wunderbar zurecht! Meine Fatigue-Attacken sind nicht mehr täglich mehrfach präsent und wenn mich ein Fatigue-Anfall ereilt, ist er viel schneller vorüber!

Meine gesamte Konstitution und Kraft wurde dadurch verbessert, sowie auch meine Konzentrationsfähigkeit. Außerdem bin ich DEUTLICH entspannter! ?

Andere chronisch Kranke berichten, dass CBD ihnen beim Einschlafen, gegen Spastiken und Schmerzen und gegen Abgespanntheit hilft.

Erwiesener Maßen wirkt CBD auf jeden Fall anti-entzündlich, was bei MS ja einfach super ist!

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Ich distanziere mich davon, dass das CBD–Öl ein gleichberechtigter Ersatz von Medikamenten sei. Ich teste für mich und berichte über meine Erfahrung und erzähle von den Erfahrungen anderer chronisch Kranker. Die Tests stützen sich nicht auf wissenschaftlich fundierte Ergebnisse. Das heißt, es sind ganz individuelle und intuitive Erfahrungsberichte Bei jeder ernsthaften Erkrankung ist natürlich ein Arztbesuch wichtig.

 

DMSG-Video zur Wirkung von Traditioneller Chinesischer Medizin bei Multipler Sklerose

  • 15.08.2013

 

Leben mit MS

Von Akupunktur, Diätetik bis Qi Gong: Wie kann Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) Multiple Sklerose-Erkrankten helfen? Diese Frage beantwortet Dr.Ulrich März im Interview mit der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG).

maerz vorschau - DMSG-Video zur Wirkung von Traditioneller Chinesischer Medizin bei Multipler SkleroseIm aktuellen DMSG-Video gibt Dr. Ulrich März, Allgemeinarzt mit Zusatzausbildungen in Akupunktur und Traditioneller Chinesischer Medizin aus Ulm, Auskunft über die fünf therapeutischen Säulen der fernöstlichen Heilkunst. Der ganzheitliche Ansatz der TCM basiert darauf, die Muster zwischen den Symptomen zu erkennen und kann als ergänzende Behandlungsoption helfen, MS-Beschwerden zu reduzieren und den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen. Beschwerden wie Fatique und Missempfindungen können so gelindert und das Allgemeinbefinden verbessert werden.

 

 

http://www.dmsg.de/multiple-sklerose-news/index.php?w3pid=news&kategorie=ausdembundesverband&anr=4859

Redaktion: DMSG Bundesverband e.V. – 15. August 2013

Der Schwerbehindertenausweis

Der Schwerbehindertenausweis

Teil 1 des Artikels – Ein Schwerbehindertenausweis dient dazu, sich gegenüber Arbeitgebern, Sozialleistungsträgern, Behörden und so weiter als schwerbehinderter Mensch ausweisen zu können. Auf den folgenden Seiten informieren wir Sie über den Schwerbehindertenausweis: Wozu braucht man einen? Bringt er Vorteile? Wer hat überhaupt Anspruch auf einen solchen Ausweis?

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© Doris Heinrichs – Fotolia.com

Wer erhält einen Schwerbehindertenausweis? Weiterlesen

Auf den Spuren der Multiplen Sklerose: Wo und Wann lösen Immunzellen im Gehirn eine Autoimmunerkrankung aus?

  • 29.04.2013|

Entstehung / Pathogenese der MS

Wissenschaftler der Universitätsmedizin Göttingen konnten mittels biologischer Leuchtsensoren erstmals im Modell für Multiple Sklerose (MS) zeigen, wo und wann die selbstzerstörerische Gehirnentzündung ausgelöst wird. Die Ergebnisse wurden in “NATURE MEDICINE” veröffentlicht.

 

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Quelle: umg/imsf göttingenAbb. 1: Die Abbildung zeigt T-Lymphozyten mit Leuchtsensoren. Das grün-leuchtende Signal des Sensors wandert bei Aktivierung des T-Lymphozyten in den Zellkern (links, grüne Pfeile: ruhende Lymphozyten; rechts, gelbe Pfeile: aktivierte Lymphozyten).

Gleich mehreren bisher ungeklärten Details im Krankheitsgeschehen der MS sind Wissenschaftler der Abteilung Neuroimmunologie und des von der Hertie-Stiftung geförderten Instituts für Multiple Sklerose Forschung (IMSF) der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) mit einer neuen Technik auf die Spur gekommen. Mit Hilfe von Leuchteiweißen konnte das Forscherteam unter Leitung von Prof. Dr. Alexander Flügel erstmals in einem Modell für MS einzelne Schritte in den Abläufen sichtbar machen, die die zerstörerische Autoimmunerkrankung im Gehirn auslösen. Bisher ungeklärte Fragen zum autoimmunologischen Geschehen und zu den krankmachenden Immunzellen ließen sich auf diese Weise am lebenden Objekt beobachten und aufklären. Die Ergebnisse der Forschungen sind in der Mai-Ausgabe des renommierten Wissenschaftsmagazins NATURE MEDICINE veröffentlicht.

 

246282372179751?notif t=like - Auf den Spuren der Multiplen Sklerose: Wo und Wann lösen Immunzellen im Gehirn eine Autoimmunerkrankung aus? Quelle: umg/imsf göttingen

Abb.2: Ein T-Lymphozyt wird nach Kontakt mit einer Fresszelle aktiviert. Jedes Bildfeld zeigt enen Zeitpunkt aus der Viedo-Aufnahme dieses Zusammenspiels zwischen diesen beiden Zellen.

Autoimmunerkrankungen werden durch bestimmte Immunzellen, sogenannte T-Lymphozyten, ausgelöst, die sich gegen das eigene Gewebe richten. Bei der Multiplen Sklerose (MS), einer Autoimmunerkrankung des Zentralnervensystems, dringen T-Lymphozyten in das Gehirn ein. Sie verursachen dort Entzündungsreaktionen, die mit schweren und zum Teil bleibenden Ausfallserscheinungen, z.B. Lähmungen und Gefühlsstörungen, einhergehen können. Bekannt war bisher: Um ihr selbstzerstörerisches Werk im Gehirn von MS-Patienten ausüben zu können, brauchen T-Lymphozyten unbedingt Hilfe. Offenbar verraten Zellen des Zentralnervensystems wichtige Informationen zur Identität des Hirngewebes. Von allein können T-Lymphozyten das Hirngewebe nicht erkennen.
Auch der grobe Ablauf war bekannt: Ahnungslose Helferzellen präsentieren den “unwissenden” T-Lymphozyten Bruchstücke von Hirngewebseiweißen auf speziali-sierten Trägereiweißen, den sogenannten MHC-Molekülen. T-Lymphozyten können die Bruchstücke mit ihren Spezialantennen ertasten und lernen auf diese Weise Hirngewebe zu erkennen. Dieses Erkennen von Hirngewebe ist letztlich der ent-scheidende Auslöser für die Autoimmunerkrankung. Die Immunzellen sind nun aktiviert und werfen in Folge ein Alarmprogramm an, das in der Freisetzung von ner-venschädigenden Boten- und Abwehrstoffen mündet.
Unklar war bisher: Welche Zellen des Nervensystems leisten diese fatale Hilfe? Wo im Hirngewebe findet die Aktivierung genau statt? In welcher Phase der Hirn-gewebsentzündung sind diese Prozesse des Erkennens überhaupt für die Ausprägung der Krankheit von Bedeutung?
ALARMANLAGE FÜR DAS GEHIRN Mitarbeiter der Abteilung Neuroimmunologie und des Instituts für Multiple-Sklerose-Forschung (IMSF) unter der Leitung von Prof. Dr. Alexander Flügel haben ein biologisches Signalsystem entwickelt, mit dem sie diesen Fragen direkt im lebenden Nervensystem nachgehen können. Die Wissenschaftler schleusten hierfür verschiedenfarbige Leuchteiweiße in die krankmachenden T-Zellen ein. Die Leuchtsignale weisen bei ruhenden, nicht aktivierten T-Lymphozyten ein bestimmtes Verteilungsmuster auf. “Sobald die T-Lymphozyten aber auf ihre Helfer treffen und durch die Erken-nung der Gehirnsubstanz aktiviert werden, kommt es rasch zu einer charakteristi-schen Umverteilung der Leuchtsignale”, sagt Dr. Dmitri Lodygin, Erstautor der Studie (Abb. 1 und Abb. 2). Das neuartige Alarmsystem konnten die Wissenschaftler der Universitätsmedizin Göttingen bei einem Krankheitsmodell der MS erfolgreich testen. Dabei nutzten sie eine spezialisierte Mikroskopietechnik, um die Verteilung der leuchtenden Alarmsignale in den T-Lymphozyten in Echtzeit zu filmen.
“VERRÄTERISCHE” WACHPOSTEN Im gesunden Gewebe des Zentralnervensystems gibt es nicht so viele Zellen, die den T-Lymphozyten bei der Suche nach Hirngewebe helfen könnten. Wie aber kommt der Autoimmunprozess dann in Gang? Diese Frage konnten die Göttinger Wissenschaftler nun mit Hilfe des neuentwickelten Alarmsystems erstmals zweifels-frei beantworten. Sie fanden heraus, dass die krankmachenden T-Lymphozyten sofort nach dem Verlassen der Blutbahn auf ihre Helfer treffen. Es handelt sich um Fresszellen, sogenannte Makrophagen. Deren eigentliche Aufgabe ist es, das Ner-vengewebe vor potentiell gefährlichen Eindringlingen zu schützen. Allerdings schei-nen diese Fresszellen auch entsorgte Hirneiweiße aufzusammeln und diese den krankmachenden T-Lymphozyten zu zeigen. Die Folge: Die T-Lymphozyten entfal-ten in den Hirnhäuten eine Entzündungsreaktion, die sich rasch auf das angrenzen-de Nervengewebe ausweitet.
KURZ, ABER HERZLICH Ungewöhnliches konnten die Göttinger Forscher beim Filmen der ersten Aktivierungsschritte von T-Lymphozyten beobachten. T-Lymphozyten sind in ihrem Leben nahezu ständig auf Achse, d.h. sie bewegen sich rastlos auf der Suche nach Partnern, die ihnen Aktivierungssignale liefern. Wenn sie schließlich auf diese treffen, stoppen sie und bilden in der Regel eine langdauernde und enge Verbindung mit den Helferzellen. “Die T-Lymphozyten im Nervensystem zeigten allerdings ein völlig anderes Verhalten: Sie machen nur kurz Halt, wenn sie auf ihre Partner treffen, star-ten ihr Aktivierungsprogramm und setzen dann ihren Weg fort. Nur beim fortgeschrittenen Entzündungsprozess bildeten die T-Lymphozyten auch dauerhafte Kontakte aus”, sagt Dr. Lodygin. Eine spannende Frage bleibt daher für die Forscher: Welche dieser Verbindungen ist für eine vollständige Aktivierung der Lymphozyten verantwortlich? Sind es die kurzzeitigen, die langdauernden, oder gar eine Kombination aus beiden Verbindungen?
WER DEN ANFÄNGEN NICHT WEHRT Das Zentralnervensystem kann sich interessanterweise sehr schnell auf eine Entzündungssituation einstellen. Das zeigt sich u.a. daran, dass im entzündeten Gewebe Gehirnzellen plötzlich ganz viele MHC-Moleküle auf ihrer Oberfläche haben können. Das trifft vor allem für die sogenannte Mikroglia zu. Mikrogliazellen sind die “verkappten Immunzellen” des Zentralnervensystems. Sie sind zahlreich im gesamten Nervengewebe verstreut und können im Entzündungsfall rasch MHC-Moleküle aufbauen: Dadurch sind sie sehr schnell in der Lage, T-Lymphozyten die Eiweißstü-cke zu präsentieren.

 

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Abb.3: Die Abbildung zeigt die Aktivierung eine T-Lymphozyten im entzündeten Nervengewebe. Der krankmachende T-Lymphozyt ist im Kontakt mit einer Mikrogliazelle.

Genau das konnten die Göttinger Forscher beobachten: Die in das Nervengewebe eingedrungenen T-Lymphozyten trafen dort auf Mikroglia und andere Fresszellen, die durch den Entzündungsprozess aus der Blutbahn angelockt worden waren. Viele der T-Lymphozyten zeigten das typische Aktivierungsmuster der Leuchtsignale. “Während der fortgeschrittenen Entzündungsphase findet also auch tief im Nervengewebe eine durch Mikroglia und periphere Fresszellen-vermittelte Lymphozytenaktivierung statt”, sagt Prof. Flügel. (Abb.3) Diese Ergebnisse führten die Forscher zu der entscheidenden Frage: Zu welchem Zeitpunkt muss die T-Lymphozytenaktivierung stattfinden, damit sich eine Autoimmunerkrankung ausbildet?

Erstaunlicherweise zeigte sich, dass frühe, noch vor Ausbruch der ersten Krankheitssymptome auftretende Aktivierungsprozesse entscheidend für den Verlauf der Erkrankung waren. “Nach Beginn der Erkrankung konnte zwar die Aktivierung der T-Lymphozyten immer noch gezielt geblockt werden”, so Dr. Lodygin. “Das hatte aber keine Konsequenz mehr für den Krankheits-verlauf.”
AUSBLICK: WANN MUSS EINGEGRIFFEN WERDEN? Die Beobachtungen des Göttinger Forscherteams könnten auch für die menschliche Erkrankung von Bedeutung sein. Das Blockieren der T-Lymphozytenaktivierung stellt ein potentielles Ziel therapeutischer Interventionen dar. Die Ergebnisse der Arbeit weisen allerdings darauf hin, dass eine derartige Behandlungsform bei der MS wohl nur dann wirksam sein könnte, wenn sie bereits vor Ausbruch der klinischen Symptome gestartet wird.

 

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 Erst-Autor: Dr. Dmitri Lodygin

Originalveröffentlichung: Dmitri Lodygin, Francesca Odoardi, Christian Schläger, Henrike Körner, Alexandra Kitz, Michail Nosov, Jens van den Brandt, Holger M Rei-chardt, Michael Haberl & Alexander Flügel. A combination of fluorescent NFAT and H2B sensors uncovers dynamics of T cell activation in real time during CNS auto-immunity, Nature Medicine (2013) doi:10.1038/nm.3182.
WEITERE INFORMATIONEN: Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität Abteilung Neuroimmunologie / Institut für Multiple-Sklerose-Forschung Prof. Dr. Alexander Flügel Telefon 0551 / 39-13332 IMSF@med.uni-goettingen.de

Quelle: PI Universitätsmedizin Göttingen – 29.April 2013 Redaktion: DMSG Bundesverband e.V. – 29. April 2013

Läsionen an motorischen Fasern deuten auf erhöhtes MS-Risiko hin

18.04.2013

Siena (sr) – Eine Reihe von klinischen Studien hat in den letzten Jahren gezeigt, dass eine frühzeitig begonnene krankheitsmodifizierende Therapie (idealerweise schon nach einem ersten klinisch isolierten Syndrom (KIS)) das Entstehen einer voll ausgebildeten Multiplen Sklerose (MS) verzögern kann. Eine Forschergruppe um Dr. Antonio Giorgio aus Siena hat nun untersucht, inwieweit der Ort des Auftretens von Läsionen im Gehirn bei Patienten mit KIS eine prognostische Bedeutung für das Risiko einer klinisch manifesten MS besitzt. Weiterlesen

Fibrinogen als möglicher Auslöser der MS identifiziert

18.04.2013

San Francisco (sr) – Forscher des Gladstone Instituts für Neurologische Erkrankungen um Dr. Katerina Akassoglou konnten im Tiermodell nachweisen, wie ein bestimmtes Eiweiß aus dem Blut in das Gehirn übertritt. Dort löst es Reaktionen aus, die ähnlich wie bei der Multiplen Sklerose (MS) mit der Zeit zur Zerstörung von Nervenzellen führt.

“Wir konnten nachweisen, dass das Austreten von Blut ins Gehirn einen entzündlichen Weiterlesen

«Schweizer» MS-Medikament erhält Marktzulassung

«Schweizer» MS-Medikament erhält Marktzulassung

Wirtschaftsnachrichten                              

 

Werner Grundlehner

Dem US-Biotechkonzern Biogen ist im Kampf gegen multiple Sklerose (MS) ein wichtiger Durchbruch gelungen – einen massgeblichen Anteil daran hat ein Schweizer Apotheker. Am Mittwoch erhielt Biogen von der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA die Zulassung für eine Pille gegen MS. Von Bloomberg befragte Analytiker schätzen das Verkaufspotenzial für das Mittel Tecfidera im Jahr 2017 auf 3,3 Mrd. $. Weltweit leiden 2,1 Millionen Personen unter MS, einer chronisch entzündlichen Erkrankung des zentralen Nervensystems

 

Link:

http://www.nzz.ch/aktuell/wirtschaft/wirtschaftsnachrichten/schweizer-ms-medikament-erhaelt-marktzulassung-1.18055390

AMSEL-Chat: Die neuen MS-Tabletten Aubagio und Tecfidera

Die neuen MS-Tabletten Aubagio und Tecfidera

02.04.2013 – Bitte auf keinen Fall auf eigene Faust mit andern Mitteln kombinieren, warnt Prof. Dr. Dr. Meuth im AMSEL-Expertenchat zur Fumarsäure und Teriflunomid.

Moderator Patricia Fleischmann: Herzlich willkommen im AMSEL-Expertenchat ! Heute geht es um die neuen Multiple Sklerose-Tabletten Fumarsäue und Teriflunomid. Unter diesen Namen sind sie noch von den Studien her bekannt. Mit Handelsnamen heißen sie Tecfidera und Aubagio. Ganz herzlich begrüße ich auch Prof. Meuth, der kurzfristig für heute Abend zugesagt hat !

http://www.amsel.de/beratung/expertenchat/index.php?kategorie=chatprotokolle&anr=4758